Da bekam Mick Schumacher den Mund nicht zu. Bei seiner Testfahrt in der Wüste streikte der Motor. Foto: dpa

Das berühmte Kürzel „MSC“ ist zurück in der Formel 1, obwohl es Mick Schumacher (21) gar nicht haben wollte. Die Initialen seines Vaters Michael (52) wurden auf dem Zeitenmonitor in Bahrain benutzt, als der Neuling endlich seine erste Testfahrt im Haas VF-21 beginnen durfte. Doch die war 3029 Tage nach dem letzten Rennen seines Vaters am 25. November 2012 schon nach 15 Runden vorbei: Ein Hydraulikdefekt am Ferrari-Motor legte den Haas lahm.

Pannen-Start im Haasen-Stall! Nachdem Mick am Vortag zusehen musste, wie sein russischer Teamkollege Nikita Mazepin (22) den als Filmtag getarnten Shakedown durchführen durfte, blieb ihm nun nur die Statistenrolle bei den Mechanikern in der Garage und neidische Blicke auf die ihre Runden drehenden Rivalen.

„Es hat Spaß gemacht, aber leider hatten wir ein Problem. Das hat Zeit gebraucht“, sagte Mick diplomatisch. Die Mechaniker bauten dem bereits als „Russen-Bomber“ und „rollende Zahnpasta“ verspotteten VF-21 direkt ein neues Getriebe ein, was über zwei Stunden dauerte.

Da kamen Erinnerungen hoch vom ersten Schumi-Rennen 1991 in Spa, als sein Jordan nach 700 Metern mit Getriebeschaden ausfiel. Doch Mick war auf solche Kinderkrankheiten eines neuen Formel-1-Autos vorbereitet, sein erster Eindruck war jedenfalls positiv: „Das Auto fühlt sich gemütlich an. Insgesamt ist der Eindruck sehr positiv. Wir haben die Zeit genutzt, auf die anderen zu schauen.“

Schnellste waren Red-Bull-Heißdüse Max Verstappen (23) und das McLaren-Duo Daniel Ricciardo (31) und Lando Norris (21). Dagegen wurden auch der neue Mercedes W12 von Valtteri Bottas (31) von einem Getriebeproblem gestoppt. Weltmeister Lewis Hamilton (36) übernahm am Nachmittag und hielt sich mit Bestzeiten noch zurück.

Einen Pannen-Start legte auch Ferrari mit dem neuen SF21 von Charles Leclerc (23) hin, der zehn Minuten vor dem Ende der Session ausrollte und vom Monegassen hinter die Absperrung geschoben wurde.

Der nach sechs Jahren aussortierte Sebastian Vettel (33) war dagegen happy mit seinem grünen Aston Martin AMR21 und drehte bis zur Ablösung durch Lance Stroll (22) 51 Runden. „Ich habe sehr viel lernen können. Es gibt noch viele Dinge, an die ich mich bei diesem Auto gewöhnen muss“, bilanzierte Vettel. Vor allem an die Power des neuen Mercedes-Motors, der das in vielen Teilen baugleiche Kundenauto zum weiteren Herausforderer nach Red Bull und McLaren machen sollte.

Auch vorne mitmischen will Rückkehrer
Fernando Alonso (39) im Renault-Nachfolger Alpine A521, den gestern erstmal Esteban Ocon (24) testete. Der Spanier zeigte sich gut erholt von seinem schweren Rennradsturz in der Schweiz, bei dem er sich den Oberkiefer brach. Alonso verriet: „Es geht mir gut, aber Ende Saison muss ich mich nochmals operieren lassen.“

Retuschen wird es bis zum Saisonstart am 28. März in Bahrain auch an vielen Autos geben. So versprach Haas-Teamchef Günther Steiner (55) Mick einen neue Frontflügel und eine optimierte Motorverkleidung. Wie weit es damit nach vorne geht, bleibt abzuwarten.