Snowboard-Star Max Parrot kämpfte sich nach einer Krebsdiagnose zurück ins Leben und gewann in Peking Olympia-Gold.
Snowboard-Star Max Parrot kämpfte sich nach einer Krebsdiagnose zurück ins Leben und gewann in Peking Olympia-Gold. AFP, dpa

Es ist wie im Märchen. Eine Geschichte, die für Gänsehaut sorgt. Vom Nahtod zurück ins Leben. Im Dezember 2018 war die große Leidenschaft von Max Parrot auf einen Schlag vollkommen unbedeutend. Mit 24 erhielt er die Schockdiagnose: Lymphdrüsenkrebs. Zwölf Chemotherapien und gut drei Jahre später sprang der kanadische Snowboarder in Peking zu Olympia-Gold im Slopestyle. Und darf das Glück sogar mit seinem Kumpel Mark McMorris teilen, der ein ähnlich bewegendes Schicksal hinter sich hat.

Max Perrot geht durch die Chemo-Hölle

„Vor genau drei Jahren lag ich in einem Krankenhaus, hatte keine Energie, keine Muskeln“, sagte Parrot sichtlich bewegt: „Jetzt bei Olympia meiner Leidenschaft nachzugehen, den besten Lauf meines Lebens hinzulegen und Gold zu gewinnen – das ist Wahnsinn.“

Denn daran war vor drei Jahren nicht zu denken. 2018, nur wenige Monate nach seiner Silbermedaille bei den Spielen im südkoreanischen Pyeongchang wird für Parrot, ein Pionier seiner Spektakel-Sportart, das Snowboard zur Nebensache. Der Kanadier erhält die Schockdiagnose Lymphdrüsenkrebs. Und kämpft.

Es habe „nie zur Debatte“ gestanden, „dass der Krebs mich besiegen könnte. Aber natürlich hatte ich viel Angst“, erklärte Parrot im Rückblick auf sechs Monate Chemo-Hölle: „Ich habe jeden Tag so hart dafür gekämpft, ihn zu besiegen.“

Krebs-Kampf macht Parrot mental stärker

Wie hart? Zwölf Chemo-Behandlungen in einem Zwei-Wochen-Intervall muss Parrot durchstehen. Die ganze Qual hat sich zum Glück gelohnt. Parrot gewinnt seinen schwersten Wettkampf. Mitte 2019 kann er verkünden, dass er die Krankheit besiegt hat.

Mental fühlt sich Parrot durch diese Erfahrung „noch viel stärker“. Schon zwei Monate nach der letzten Therapie fuhr er bei den X-Games 2019 zu Big-Air-Gold. Und bewies nun auch in Peking starke Nerven. Ein überragender zweiter Lauf im Genting Snow Park sorgte dafür, dass Parrot künftig keinerlei Mühe haben dürfte, „den ganzen Tag zu lächeln“, wie er es sich bei seinem Comeback vorgenommen hatte.

Parrot-Kumpel McMorris erlebt Ähnliches

Die Kanadier Mark McMorris und Max Perrot (r.) kämpften um ihr Leben und gewannen in Peking bei Olympia Bronze und Gold im Slopestyle.
Die Kanadier Mark McMorris und Max Perrot (r.) kämpften um ihr Leben und gewannen in Peking bei Olympia Bronze und Gold im Slopestyle. Imago

Doch die Geschichte wird noch besser. Denn bekanntlich ist geteilte Freude doppelte Freude. Und Parrot jubelt nicht nur für sich, sondern auch mit seinem Kumpel und Kollegen Mark McMorris (28). Parrots Landsmann hat ebenfalls eine bewegende Geschichte hinter sich, kämpfte sich ebenso stark ins Leben zurück.

Parrot und McMorris jubeln zusammen

Ein Jahr vor den Winterspielen in Pyeongchang stellte ein schwerer Trainingssturz nicht nur die Karriere von McMorris infrage. Er erlitt mehr als ein Dutzend Knochenbrüche, der linke Lungenflügel kollabierte. „Ich dachte, ich würde sterben“, sagte McMorris damals.

Doch auch McMorris gibt nicht auf, kämpft sich durch die Reha. Und holte nur Monate später in Südkorea seine zweite olympische Bronzemedaille im Slopestyle.

In Peking legte er nun nach, wurde erneut Dritter und strahlte über seinen Olympia-Hattrick im Zielraum in Zhangjiakou mit seinem Kumpel und Olympia-Sieger Parrot Arm in Arm um die Wette. Wie im Märchen!

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