Hannah Neise triumphiert im Eiskanal. dpa/Michael Kappeler

Die zweite Olympia-Woche beginnt - und mit ihr stehen gleich mal sechs Entscheidungen an. Auch für die Deutschen gibt es wieder echte Medaillen-Chancen. Am größten ist die Wahrscheinlichkeit ganz sicher mal wieder im Eiskanal, wo bei den Skeleton-Piloten Medaillen vergeben werden, Doch auch beim Biathlon und bei Skispringen haben die deutschen Athleten das Zeug, am Samstag eine Olympische Medaille mitzunehmen.

ab 4 Uhr: Snowboard, Team Mixed - Cross

Die erste Entscheidung des Olympia-Samstags ist gefallen! Das US-Duo Nick Baumgartner und Lindsey Jacobellis haben sich im Snowboardcross die Goldmedaille geholt. Bei starkem Schneetreiben setzten sie sich gegen Michaela Moioli und Omar Visintin aus Italien, sowie Meryeta Odine und Eliot Grondin aus Kanada durch.

Bei den Snowboardcrossern ist die Entscheidung bereits gefallen. Imago/ANP

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Das deutsche Duo aus Jana Fischer und Martin Nörl scheiterte im Halbfinale. Im kleinen Finale sicherten sie sich immerhin Platz fünf. „Ein kleiner Trost ist das auf jeden Fall“, sagte die 22 Jahre alte Fischer. „Wir können mit einem besseren Gefühl nach Hause fahren als nach den Einzelrennen.“

ab 9.30 Uhr: Skilanglauf, Frauen - 4x5km-Staffel

Das ist eine kleine Sensation! Die Deutsche 4x5-Kilometer-Langlauf-Staffel der Frauen hat in Peking die Silbermedaille geholt. Katharina Hennig, Katherine Sauerbrey, Victoria Carl und Sofie Krehl mussten sich nur der Staffel der russischen Starterinnen geschlagen geben. Bronze ging an die Schwedinnen, die sich im Schlusssprint gegen die Starterinnen aus Finnland durchsetzen. Völlig überraschend landeten die Norwegerinnen nicht einmal auf dem Podium.

Katherine Sauerbrey, Katharina Henning, Victoria Carl und Sofie Krehl (v.l.) bejubeln im Ziel ihre Silbermedaille. dpa/Daniel Karmann

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Schon der Gewinn der Silbermedaille ist für die deutschen Langläuferinnen eine kleine Sensation. Bedenkt man die Doping-Geschichte der russischen Sportlerinnen und Sportler in den vergangenen Jahren, dann könnte in einigen Jahren am grünen Tisch aus Silber vielleicht sogar noch Gold werden.

ab 10 Uhr: Biathlon, Herren - Sprint

Keine Medaille für die deutschen Starter - und das obwohl Benedikt Doll mal wieder ganz nah dran war. Der aktuell beste deutsche Biathlet leistete sich im Olympischen Sprint allerdings zum Auftakt des Stehend-Schießens einen Fehler und landete damit nur auf Rang acht. Ohne diesen Fehler wäre das Podium - trotz einer schwächeren letzten Laufrunde - durchaus in Reichweite gewesen.

Johannes Thingnes Bö holte sich Gold im Olympischen Sprint. AFP

Dort thronte der Norweger Johannes Thingnes Bö, der in hervorragender Laufform war und mit ebenfalls einem Fehler mehr als eine Minute vor Benedikt Doll ins Ziel kam. Das Podium komplettierten Quentin Fillon Maillet aus Frankreich (Silber) und Johannes Thingnes Bös großer Bruder Tarjei (Bronze).

Die übrigen deutschen Starter Roman Rees (17.), Philipp Nawrath (22.) und Johannes Kühn (33.) kamen ebenfalls nicht in die Nähe des Podiums.

ab 9.30: Eisschnelllauf, Herren - 500 Meter

Auch beim Eisschnellauf gab es für die Deutschen nichts zu holen. Joel Dufter verpasste im Finale über 500 Meter gar die Top10. Den Sieg holte sich Gao Tingyu aus China mit Olympischem Rekord vor Cha Min Kyu aus Südkorea und dem Japaner Wataru Morishige. Alle blieben unter der 34,5 Sekunden-Marke. Dufter war mit einer Zeit von 35,37 Sekunden mehr als eine Sekunde hinter Gao Tingyu.

ab 12 Uhr: Skispringen, Herren - Großschanze

Karl Geiger hat es nach schweren Tagen in China geschafft, sich selbst aus wieder am Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen. Beim Springen von der Großschanze holte der Oberstdorfer die Bronzemedaille. Gold sicherte sich der Norweger Marius Lindvik vor dem Japanaer Ryoyu Kobayashi.

Karl Geiger bejubelt seinen Bronze-Sprung bei den Olympischen Spielen in Peking. AFP/Christof Stache

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Markus Eisenbichler auf Platz fünf komplettierte ein insgesamt gutes deutsches Mannschaftsergebnis. Constantin Schmid landete auf Platz 14, Pius Paschke auf Platz 30.

Skeleton: Hannah Neise erste deutsche Skeleton-Olympiasiegerin

Olympiasiegerin Hannah Neise AFP

Hannah Neise (Winterberg) hat sich völlig überraschend zur ersten deutschen Olympiasiegerin im Skeleton gekrönt. Einen Tag nach dem historischen Triumph von Christopher Grotheer bei den Männern gewann die frühere Juniorenweltmeisterin die Frauen-Entscheidung vor der Australierin Jaclyn Narracott. Kimberley Bos aus den Niederlanden holte Bronze.

Weltmeisterin Tina Hermann (Königssee) verpasste die Medaille als Vierte knapp. Jacqueline Lölling (Winterberg), Olympia-Zweite von 2018, landete auf Platz acht.

Eine deutsche Olympiasiegerin im Skeleton hatte es zuvor nicht gegeben, ausgerechnet Neise schrieb nun Geschichte: Die 21-Jährige stand bislang noch nie auf einem Weltcup-Podest.