Geschafft! Laura Nolte hebt in ihrem Bobschlitten auf der Zielgeraden die Siegerfaust. Foto: dpa

Das ist ein dickes Ding bei den Bob-Frauen! Laura Nolte (23) fährt Titelverteidigerin Mariama Jamanka (31) im Eiskanal von Yanqing davon und holt Olympia-Gold. Sie ist jetzt die jüngste Olympiasiegerin im Zweier-Bob!

Nolte schlug vor Freude immer wieder auf ihren Bob, versank dann in den Armen ihrer Anschieberin und besten Freundin Deborah Levi. Ein überlegener Vorsprung von 0,77 Sekunden vor Jamanka, die Silber holte. Starker deutscher Doppelerfolg.  Bronze gewann Elana Meyers Taylor aus den USA.

Nach der Führung zur Halbzeit lieferte Nolte zum Auftakt des dritten Durchgangs die nächste fehlerfreie Fahrt ab. Die Winterbergerin und Anschieberin Deborah Levi fuhren in 1:00,70 Bahnrekord und enteilten der mit Deutschlands bester Sprinterin Alexandra Burghardt startenden Jamanka schon uneinholbar. Im letzten Lauf fuhr die Ex-Leichtathletin auf Sicherheit, leistete sich ausgangs der berüchtigten Kurve 13 sogar einen kleinen Patzer. Der große Triumph war ihr nicht mehr zu nehmen.

Am bitterkalten Eiskanal fiel Nolte auch optisch als Pink Lady auf. Die Handschuhe und das T-Shirt unter dem Rennanzug strahlten pink, nur ihr ebenfalls so lackierter Weltcup-Transporter fehlte in China. Nolte und Levi, die beiden Studentinnen sind abseits des Eiskanals beste Freundinnen, lieferten vier nahezu perfekten Fahrten ab.

„Laura ist sehr kompakt auf den ersten zehn Metern, dazu kommt die Sprintschnelligkeit von Deborah, das ist eine Kombo, die sehr gut funktioniert. Die funktioniert nicht nur auf der Strecke“, sagte Cheftrainer René Spies.

Nolte: „Beim Warmup war mir schwindlig. Ich habe gezittert.“

Laura Nolte (2.v.r.) und Deborah Levi (r) springen bei der Siegerehrung vor Freude in die Luft. Mariama Jamanka (l) und Alexandra Burghardt (2.v.l.) applaudieren. Foto: dpa

Dabei war Nolte völlig nervös in die ersten beiden Läufe gegangen, war im zweiten Durchgang beim Start fast nicht in den Bob gekommen - und trotzdem Bestzeit gefahren. Die junge Athletin war so aufgeregt, dass sie tagsüber kaum etwas gegessen hatte. „Ich war super nervös, ich war noch nie in meinem Leben so nervös wie vor dem Lauf, beim Warmup wurde mir teilweise schwindelig, dann habe ich meine Beine nicht mehr gespürt, dann habe ich gezittert, mir wurde heiß“, sagte Nolte.

Am Sonntag dürfte es zum Abschluss der Spiele die nächste deutsche Goldmedaille geben. Im Viererbob führt Pyeongchang-Olympiasieger Francesco Friedrich allerdings nur mit 0,03 Sekunden Vorsprung vor Johannes Lochner. Dritter ist der Kanadier Justin Kripps, der mit 0,38 Sekunden Rückstand auf Patzer der deutschen Piloten hoffen muss.

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