Rennrodler Johannes Ludwig hat die Nerven behalten und mit vier souveränen Läufen die erste deutsche Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von Peking gewonnen. dpa

Der Kampf um die Medaillen geht bei Olympia weiter. Der zweite echte Wettbewerbstag lieferte am Sonntag sieben Entscheidungen. Aus deutscher Sicht am spannendsten: Rodeln und Skispringen. Am Ende hielt aber nur Thüringens Johannes Ludwig die deutsche Fahne hoch. Der Rodler blieb im Eiskanal cool, während die DSV-Adler von der Normalschanze ein Debakel erlebten.

Holte die erste Goldmedaille für Deutschland in Peking: Rodler Johannes Ludwig. dpa/ Michael Kappeler

Das sind die Entscheidungen am Sonntag in Peking:

Ab 2.30 Uhr, Snowboard Slopestyle (Frauen)

Freestyle-Snowboarderin Annika Morgan hat Rang acht im Slopestyle-Wettbewerb belegt. Die 19-Jährige erhielt im Finale 64,13 der maximal möglichen 100 Punkte. Der Sieg auf dem anspruchsvollen Kurs in Zhangjiakou, auf dem die Athletinnen über Geländer und Rampen fahren und über eine kleine Hütte springen, ging an Zoi Sadowski-Synnott. Die 20-Jährige holte das erste Olympia-Gold bei Winterspielen für Neuseeland überhaupt. Silber ging an Julia Marino (USA),Bronze an Tess Coady aus Australien.

Aua! Julia Marino gewann die Silbermedaille. imago/UPI Photo

Ab 4.30 Uhr: Ski Alpin, Abfahrt der Männer

Wegen starker Windböen ist der Start der Herren-Abfahrt zunächst mehrfach verschoben und dann für heute ganz abgesagt worden. Einen neuen Versuch soll es am Montagmorgen um 5 Uhr unserer Zeit geben.

Streckenarbeiter kämpfen auf der Piste der Herren-Abfahrt mit dem starken Wind. AP/Robert F. Bukaty

Ab 8 Uhr: Skilanglauf, Skiathlon, 30 Kilometer der Männer

Russischer Doppelsieg beim 30-Kilometer-Skiathlon der Männer. Nach je 15 Kilometern im klassichen und im Freistil siegte Alexander Bolschunow vor seinem Landsmann Denis Spizow. Bronze gewann Iivo Niskanen aus Finnland.

Die deutschen Athleten Lucas Bögl, Friedrich Moch und Florian Notz lieferten ein gutes Rennen und landeten auf den Plätzen 12, 13 und 19.

Alexander Bolshunov gewinnt Gold. AFP/Odd ANDERSEN

Ab 9.30 Uhr: Eisschnelllauf, 5000 Meter der Männer

Die deutschen Eisschnellläufer haben zum Auftakt der Männer-Wettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen in Peking die Top 10 verpasst. Patrick Beckert aus Erfurt lief am Sonntag über 5000 Meter 6:19,58 Minuten und belegte damit den elften Platz. Felix Rijhnen aus Frankfurt/Main wurde bei seiner Olympia-Premiere 13. in 6:19,86 Minuten.

Gold gewann dank einer fulminanten Schlussrunde Topfavorit Nils van der Poel aus Schweden. Der Weltrekordler siegte in 6:08,84 Minuten und unterbot damit den vier Jahre alten olympischen Rekord des Niederländers Sven Kramer um fast eine Sekunde. Zweiter wurde Europameister Patrick Roest aus den Niederlanden in 6:09,31 Minuten vor dem Norweger Hallgeir Engebraaten (6:09,88).

Ab 12 Uhr: Skispringen Männer, Normalschanze

Markus Eisenbichler erlebte auf der Normalschanze bei Olympia ein Fiasko, qualifizierte sich nicht für den zweiten Durchgang. Auch die anderen DSV-Adler enttäuschten. AP

Skispringer Karl Geiger (Oberstdorf) hat bei den Olympischen Winterspielen in Peking eine Medaille von der Normalschanze klar verpasst. 24 Stunden nach Silber für Katharina Althaus musste sich der 28 Jahre alte Weltcup-Spitzenreiter am Sonntag mit Rang 15 begnügen. Bester Deutscher beim Olympiasieg des Japaners Ryoyu Kobayashi war Constantin Schmid (Oberaudorf) auf Platz elf.

Markus Eisenbichler ist bei den Olympischen Winterspielen in China beim Wettbewerb auf der Normalschanze bereits nach dem ersten Durchgang ausgeschieden. Der Bayer sprang am Sonntag in Zhangjiakou bei schwierigen Bedingungen 92 Meter weit. Das reichte nur für Rang 31. Die besten 30 Springer qualifizierten sich für den zweiten Durchgang.

Vierschanzentournee-Sieger Kobayashi setzte sich bei schwierigen Windverhältnissen vor dem Österreicher Manuel Fettner und dem Polen Dawid Kubacki durch. Stephan Leyhe (Willingen) kam auf Platz 24, der sechsmalige Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf) verpasste als 31. den zweiten Durchgang der besten 30.

Eisenbichler fliegt aus Mixed-Team

Geiger muss damit weiter auf seine erste olympische Einzelmedaille warten, 2018 in Pyeongchang hatte er mit dem Team Silber geholt. Andreas Wellinger (Ruhpolding), der vor vier Jahren auf der kleinen Schanze triumphiert hatte, war nicht für Peking nominiert worden.

Für Eisenbichler hat der Absturz Folgen: Der 30-Jährige wurde von Bundestrainer Stefan Horngacher nicht für den Mixed-Wettbewerb am Montag (12.45 Uhr/ZDF und Eurosport) nominiert. Stattdessen werden Geiger und Schmid antreten. Bei den Frauen gilt Silbergewinnerin Katharina Althaus als gesetzt. Über die zweite Frau wollte Frauen-Bundestrainer Maximilian Mechler noch entscheiden. Bei Weltmeisterschaften hat Deutschland diesen Wettbewerb zuletzt viermal in Serie gewonnen.

Ab 12.30 Uhr: Rodeln, Männer, 3. und 4. Lauf

Rennrodler Johannes Ludwig hat die Nerven behalten und mit vier souveränen Läufen die erste deutsche Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von Peking gewonnen. Der 35-jährige Thüringer siegte am Sonntag im Eiskanal von Yanqing vor dem Österreicher Wolfgang Kindl und Dominik Fischnaller aus Italien.

Es war das elfte Einzel-Gold eines deutschen Rodlers in der olympischen Geschichte und für Ludwig nach dem Team-Gold 2018 der zweite Olympiasieg. Felix Loch wurde Vierter, Max Langenhan Sechster.

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