Biathletin Denise Herrmann jubelt über Olympia-Gold im Einzel über 15 km. Julia Taubitz stürzte dagegen, blieb zum Glück aber unverletzt.
Biathletin Denise Herrmann jubelt über Olympia-Gold im Einzel über 15 km. Julia Taubitz stürzte dagegen, blieb zum Glück aber unverletzt. Imago, dpa

Der Kampf um die Medaillen geht bei Olympia weiter. Nach dem coolen und mit Gold gekrönten Auftritt von Rodler Johannes Ludwig hoffte das deutsche Team auf weitere Erfolge. Und erlebte in China einen wechselvollen dritten Wettkampftag. Im Biathlon holte Denise Herrmann über 15 Kilometer Gold, nachdem sie 2014 in Sotschi Bronze gewann, – allerdings im Langlauf. Auch im Eiskanal und bei den Rodlerinnen war einiges geboten. Während Natalie Geisenberger auf Gold-Kurs liegt, verdrückte Julia Taubitz viele Tränen nach ihrem Sturz. Ärger, vor allem aber Wut spürten auch die Skispringen nach einem skandalösen Team-Wettbewerb und ihrer Disqualifikation. Der Olympia-Montag auf einen Blick – so lief der dritte Tag in China.

Eiskunstlauf, Mixed, Mannschaft, Kür Frauen

Das Team aus Russland hat bei den Olympischen Winterspielen in Peking die erste Goldmedaille im Eiskunstlauf gewonnen. Zum zweiten Mal nach ihrem Triumph in Sotschi 2014 setzten sich die Favoriten im Mannschafts-Wettbewerb deutlich vor den USA und Japan durch.

Die russische Auswahl bestach durch ihre Ausgeglichenheit in allen vier Disziplinen und dominierte an allen drei Wettkampftagen das Geschehen. Eine Schrecksekunde gab es lediglich für die Paarlauf-Weltmeister Anastasija Mischina und Alexander Galljamow, die bei einer spektakulären Hebefigur gemeinsam zu Fall kamen, ihre Kür aber dennoch beenden konnten.

Ohne deutsche Beteiligung werden die olympischen Eiskunstlauf-Wettbewerbe am Dienstag (02.15 Uhr OZ/09.15 MEZ) mit dem Kurzprogramm der Männer fortgesetzt.

Ski alpin, Abfahrt, Herren

Der deutsche Skirennläufer Dominik Schwaiger ist bei der Olympiaabfahrt schwer gestürzt. Der 30 Jahre alte Sportsoldat wurde an einer kleinen Welle vor einer Steilwandkurve in Höhe der Mittelstation der Strecke „The Rock“ ausgehoben, flog in das Fangnetz und rutschte dann die Piste abwärts. Dabei zog er sich allem Anschein nach Verletzungen am rechten Arm und am Knie zu.

Schwaiger, mit Startnummer zwei ins Rennen gegangen, wurde unter anderem vom deutschen Mannschaftsarzt Manuel Köhne erstversorgt. Er musste mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden.

Dominik Schwaiger wird nach seinem Sturz auf der olympischen Abfahrtspiste abtransportiert.
Dominik Schwaiger wird nach seinem Sturz auf der olympischen Abfahrtspiste abtransportiert. AP Photo/Luca Bruno

Der Schweizer Beat Feuz gewann später den Wettbewerb. Der Weltmeister von 2017 siegte mit 0,10 Sekunden Vorsprung vor Altmeister Johan Clarey aus Frankreich, der im Alter von 41 Jahren und 29 Tagen nun der älteste alpine Medaillengewinner bei Olympia ist. Bronze ging an Matthias Mayer aus Österreich (+0,16).

Snowboard, Männer, Slopestyle

Für die deutschen Starter Leon Vockensperger und Noah Vicktor ging es in dieser Disziplin erwartungsgemäß nicht um die Medaillen. Im Gegenteil: Beide kamen nicht über die Qualifikation hinaus. Den Sieg holte sich der Kanadier Max Parrot vor Su Yiming aus China und Mark McMorris aus Kanada.

Ski alpin, Damen, Riesenslalom

Die Schwedin Sara Hector holt Gold im Riesenslalom und kann ihr Glück kaum fassen.
Die Schwedin Sara Hector holt Gold im Riesenslalom und kann ihr Glück kaum fassen. Imago

Es war ein wahres Herzschlagfinale beim olympischen Riesenslalom der Damen. Den zweiten Lauf eröffnete die 18-jährige Deutsche Emma Aicher, die sich noch von Platz 30 auf die 24. Position vorfuhr.

Die Musik spielte jedoch woanders. Sara Hector aus Schweden konnte ihren Top-Platz aus dem ersten Durchgang verteidigen und gewann olympisches Gold. Silber ging an Federica Brignone aus Italien, Bronze an Lara Gut-Behrami aus der Schweiz.

Die US-amerikanische Ausnahme-Sportlerin Mikaela Shiffrin schied bereits im ersten Durchgang aus.

Eisschnelllauf, Damen, 1500 Meter

Eisschnellläuferin Ireen Wüst hat bei den Winterspielen in Peking ihre insgesamt sechste olympische Goldmedaille gewonnen. Die Niederländerin siegte am Montag über 1500 Meter in 1:53,28 Minuten und sorgte damit in der dritten Entscheidung für den dritten olympischen Rekord. Zuvor hatten ihre Landsfrau Irene Schouten über 3000 Meter und der Schwede Nils van der Poel über 5000 Meter Bestmarken aufgestellt.

Die 35-jährige Wüst, die bereits 2010 und 2018 Gold über 1500 Meter gewonnen hatte, verwies Weltrekordlerin Miho Takagi aus Japan in 1:53,72 Minuten auf Platz zwei. Dritte wurde Europameisterin Antoinette de Jong aus den Niederlanden in 1:54,82 Minuten.

Die Berlinerin Michelle Uhrig verpasste eine Spitzenplatzierung deutlich. In 2:00,20 Minuten belegte die 26-Jährige den 25. Platz unter 30 Starterinnen.

Biathlon, Damen, Einzel 15 Kilometer

Wahnsinn: Biathletin Denise Herrmann hat sich zur Olympiasiegerin im Einzel gekrönt und dem deutschen Team bei den Winterspielen in Peking die zweite Goldmedaille beschert. Die 33-Jährige aus Oberwiesenthal leistete sich im Klassiker über 15 km nur eine Strafminute und schaffte als erst zweite deutsche Wintersportlerin sensationell das olympische Double mit Medaillen in zwei verschiedenen Sportarten. 2014 in Sotschi hatte Herrmann Bronze mit der Langlauf-Staffel gewonnen.

Vanessa Voigt (Rotterode) verpasste am Montag eine Medaille nur knapp. Die 24-Jährige lag mit einer Strafminute auf Rang vier nur 1,3 Sekunden hinter der drittplatzierten Marte Olsbu Röiseland (Norwegen/2), Silber ging an Anais Chevalier-Bouchet (Frankreich/1).

Teamspringen, Mixed

Anzug-Drama an der Schanze! Skispringerin Katharina Althaus ist im Mixed-Team bei den Olympischen Winterspielen disqualifiziert worden. Grund war ein nicht regelkonformer Anzug der 25-Jährigen. Damit schied das deutsche Team, das zuvor gut im Wettkampf lag und um die Medaillen mit sprang, bereits nach dem ersten Durchgang am Montag als Neunter aus.

Althaus hatte am Samstag im Einzel von der Normalschanze die Silbermedaille gewonnen. Die Disqualifikation war nun ein herber Schlag. Neben Althaus zählten Selina Freitag, Karl Geiger und Constantin Schmid zum Team. „Für mich ist das langsam ein Kasperletheater. Wir springen die ganze Zeit mit diesen Maßen. Es ist seltsam“, ärgerte sich Männer-Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF: „Aus meiner Sicht ist es nicht mehr im Sinne des Sportes. Man muss fiebern, dass man durchkommt.“

Auch Japans Topspringerin Sara Takanashi und wenig später die Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz wurde disqualifiziert. Damit waren zwei weitere Top-Nationen schon nach dem ersten Durchgang aus dem Rennen.

Horngacher verstand die Welt nicht mehr. „Der Anzug ist dehnbares Material. Ich bin sehr enttäuscht“, sagte der Österreicher: „Aber das Positive ist: Wir haben viele gute Sprünge gemacht. Der Karl hat die Schanze geknackt.“ Das kam im letzten Wettbewerb von der Normalschanze allerdings reichlich spät.

Rodlerin Natalie Geisenberger will ihren Olympiasieg von 2018 auch in Peking verteidigen, führt in China nach den ersten beiden Durchgängen.
Rodlerin Natalie Geisenberger will ihren Olympiasieg von 2018 auch in Peking verteidigen, führt in China nach den ersten beiden Durchgängen. AP

Rodeln, Frauen, Einsitzer,  1. und 2. Durchgang

Natalie Geisenberger greift zur Halbzeit des Rodelrennens in Yanqing nach ihrem nächsten Olympiasieg - auch, weil Weltmeisterin Julia Taubitz die Hoffnungen auf ihre erste Medaille schon begraben musste. Geisenberger führt nach zwei starken Läufen das Klassement an, Anna Berreiter liegt mit 0,208 Sekunden Rückstand überraschend auf Silberkurs. Die Debütantin profitierte dabei von gleich zwei Favoritenstürzen.

Taubitz legte im ersten Lauf einen Bahnrekord vor und war damit auch stärker als Geisenberger, im zweiten Durchgang wurde ihr dann aber der schwierigste Teil der neuen Strecke zum Verhängnis: In der Ausfahrt der tückischen Kurve 13 kippte Taubitz vom Schlitten und liegt nun bereits gut 1,5 Sekunden hinter der Spitze und etwa eine Sekunde hinter dem Bronzerang.

Rodlerin Julia Taubitz musste nach ihrem Sturz ihren Olympia-Traum begraben, blieb aber zum Glück unverletzt.
dpa
Rodlerin Julia Taubitz musste nach ihrem Sturz ihren Olympia-Traum begraben, blieb aber zum Glück unverletzt.

„Sie ist erst mal am Boden zerstört und mental down“, sagte Bundestrainer Norbert Loch. Taubitz blieb unverletzt, wollte aber nicht sprechen. Von einem „brutal schwierigen Tag“ sprach Geisenberger, „momentan geht gar nichts in mir vor. Ich bin froh, dass ich zweimal recht gut gefahren bin.“

Schon im ersten Lauf hatte es Madeleine Egle (+1,010) aus Österreich erwischt, ebenfalls eine der stärksten Rodlerinnen des Winters - und auch zahlreiche weitere Starterinnen kamen an dieser Stelle zu Fall. Als Dritte geht nun die Russin Tatjana Iwanowa (+0,591) in die beiden entscheidenden Läufe am Dienstag (ab 12.50 Uhr MEZ/19.50 Uhr OZ).

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