Schon wieder Gold: Die Einsitzer-Olympiasieger Johannes Ludwig und Natalie Geisenberger rasten gemeinsam mit den Doppelsitzer-Champions Tobias Wendl und Tobias Arlt (v.l.) zum Team-Staffel-Sieg. AFP

Nach dem goldenen Mittwoch übernahm das Team Deutschland bei den Olympischen Winterspielen in Peking vorerst Platz eins im Medaillenspiegel. Und die Chancen stehen am Donnerstag gut, dass die deutschen Athleten den Platz an der Sonne verteidigen können. Denn der Goldrausch im Eiskanal ist noch nicht vorbei. In der Mixed-Staffel haben die Rodler beste Karten, um erneut ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Bereits vorher schielt Martin Nörl im Snowboard-Cross auf eine Medaille.

Skeleton, Herren: Weltmeister Grotheer zur Halbzeit auf Goldkurs, deutsche Doppelführung

Christopher Grotheer und Axel Jungk haben die Hoffnungen auf Deutschlands erste olympische Skeleton-Medaille genährt, Weltmeister Grotheer liegt zur Rennhalbzeit sogar auf Goldkurs. Der Oberhofer führt im Yanqing Sliding Centre nach zwei von vier Läufen deutlich vor Jungk (+0,70 Sekunden) und dem mitfavorisierten Chinesen Yan Wengang (+0,75). Im ersten Durchgang war Grotheer in exakt 60 Sekunden ein Bahnrekord gelungen.

„Ich fühle mich sehr, sehr wohl. Ich habe ein gutes Gefühl, sonst hätte ich gestern nicht das Abschlusstraining ausgelassen. Die Pause war wichtig für mich, weil ich vom Kopf her frisch sein wollte“, sagte Grotheer und freute sich über seinen großen Puffer, „der richtig guttut“.

Vor den beiden abschließenden Läufen am Freitag (20.20 Uhr OZ/13.20 MEZ) dürfen sich die deutschen Skeletonis über eine ausgezeichnete Ausgangslage freuen. Alexander Gassner belegte den neunten Platz (+1,40). Der Winterberger hatte die vorolympischen Tests in China im vergangenen November gewonnen. Der frühere Vizeweltmeister Jungk (Oberbärenburg) hatte wegen eines zunächst positiven Coronatests nach seiner Ankunft in Peking noch um seinen Start zittern müssen.

Halfpipe-Finale: Snowboarderin Kim erneut Olympiasiegerin

Leilani Ettel hat beim erneuten Olympiasieg von US-Snowboardstar Chloe Kim den elften Platz belegt. Während die Seriensiegerin im Genting Snow Park in Zhangjiakou spektakulär ihren Halfpipe-Triumph von 2018 wiederholte, zeigte die 20-Jährige aus Pullach im Finale mit 57,50 Punkten eine gute Leistung. Silber ging hinter der unantastbaren Kim (94,00) an die Spanierin Queralt Castellet (90,25), Bronze holte Sena Tomito aus Japan (88,25).

Kim gelang mit ihrem zweiten Triumph das Kunststück, als erste Frau zweimal olympisches Halfpipe-Gold zu holen. „Ich kann es nicht glauben und bin einfach so dankbar“, sagte sie: „Vor dem ersten Run habe ich mir viel Druck gemacht.“

Ski Alpin: Strolz gewinnt alpine Kombination

Der Österreicher Johannes Strolz hat bei den Olympischen Winterspielen in China die alpine Kombination gewonnen. Zweiter wurde der Norweger Aleksander Aamodt Kilde vor dem Kanadier James Crawford. Der einzige deutsche Starter, Simon Jocher, schied aus. Nachdem sich der 25-Jährige in der Abfahrt am Donnerstag schon einen gewaltigen Rückstand eingehandelt hatte, riskierte er im Slalom alles und war nach einem Fehler draußen. „Mit der Abfahrt war ich total unzufrieden. Ich weiß immer noch nicht ganz, wo die Zeit liegen geblieben ist“, sagte Jocher.

Snowboard-Hoffnung Nörl scheitert im Viertelfinale

Deutschlands Goldhoffnung Martin Nörl (2.v.r.) schied bei Olympia im Viertelfinale aus. Imago

Goldhoffnung Martin Nörl ist im Snowboardcross-Viertelfinale gescheitert. Der 28-Jährige aus Adlkofen, der die letzten drei Weltcups gewonnen hatte, fuhr im Genting Snow Park nach einer Kollision abgeschlagen als Letzter ins Ziel. Nur die beiden besten der vier Starter jedes Laufs stehen in der Vorschlussrunde.

„Ich hätte mir nie erträumen können, dass ich überhaupt als Favorit zu den Spielen fahre“, sagte Nörl: „Wenn man dann in so einer Rolle hinfährt, will man auch performen.“ Dementsprechend groß sei seine Enttäuschung.

Olympiasieger wurde nach einem Fotofinish Vizeweltmeister Alessandro Hämmerle (Österreich) vor dem WM-Dritten Eliot Grondin aus Kanada. Der Italiener Omar Visintin wurde überraschend Dritter.

Langlauf: Hennig starke Fünfte - Johaug siegt über 10 Kilometer

Skilangläuferin Katharina Hennig ist bei den Olympischen Winterspielen nur knapp an einer Medaille vorbeigelaufen. Nach einem starken Rennen über zehn Kilometer in der klassischen Technik in Zhangjiakou wurde die 25-Jährige aus Oberwiesenthal Fünfte. 11,9 Sekunden trennten sie vom Bronze-Rang.

Olympiasiegerin wurde Therese Johaug. Im Ziel hatte die 33-jährige Norwegerin nur 0,4 Sekunden Vorsprung auf die Finnin Kerttu Niskanen, die Silber gewann. Bronze ging an Krista Parmakoski ebenfalls aus Finnland. Sie war gerade einmal eine Zehntelsekunde schneller als die viertplatzierte Russin Natalia Neprjajewa. Katherine Sauerbrey aus Hallenberg überzeugte als Elfte.

DEB-Team von Kanada vermöbelt

Böses Erwachen aus goldenen Träumen: Die mit höchsten Zielen angereisten deutschen Eishockey-Nationalspieler mit vier Berliner Eisbären haben in Peking einen krachenden Fehlstart in ihre Olympia-Mission hingelegt.

Vier Jahre nach dem silbernen Wunder von Südkorea kassierte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zum Vorrundenauftakt eine 1:5 (0:3, 1:1, 0:1)-Pleite gegen Kanada - und ließ vor allem im ersten Drittel vieles vermissen, was sie in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hatte.

Der ehemalige NHL-Stürmer Tobias Rieder (31.) erzielte das einzige Tor für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) in der Neuauflage des Halbfinales von 2018. Alex Grant (5.), der Münchner DEL-Profi Ben Street (10.), Daniel Winnik (11.), Maxim Noreau (33.) und Jordan Weal (52.) trafen für die Kanadier, die in Pyeongchang mit 3:4 an Deutschland gescheitert waren.

Nächster Gegner für das Team von Bundestrainer Toni Söderholm ist am Samstag (9.40 MEZ) Gastgeber China. Zum Abschluss der Vorrunde trifft die DEB-Auswahl am Sonntag (14.10 Uhr MEZ) auf die USA.

Rodel-Teamstaffel holt Gold - Geisenberger erfolgreichste Winter-Olympionikin

Die deutschen Rennrodler haben durch den Triumph in der Teamstaffel die Winterspiele in China mit einer perfekten Gold-Bilanz abgeschlossen. Die Einsitzer-Olympiasieger Natalie Geisenberger und Johannes Ludwig rasten am Donnerstag gemeinsam mit den Doppelsitzer-Champions Tobias Wendl und Tobias Arlt vor Österreich und Lettland zum Sieg.

Geisenberger und Wendl/Arlt holten damit jeweils ihre insgesamt sechste olympische Goldmedaille. Die drei Schlittensportler lösten die Berlins Kufen-Queen Claudia Pechstein als bislang Führende in der Liste der erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken ab. An der Spitze steht nun Geisenberger, für die neben ihren Goldmedaillen auch einmal Bronze in Vancouver 2010 zu Buche steht.

Fahnenträgerin Pechstein (49) trat in China zum achten (!) Mal bei Winterspielen an, wurde Letzte und hat keine Chance auf eine weitere Medaille.

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