Deutscher Doppel-Erfolg im olympischen Eiskanal: Rodlerin Natalie Geisenberger (r.) jubelt über ihren Gold-Hattrick, Olympia-Debütantin Anna Berreiter gewann Silber. dpa

Das deutsche Team rechnete sich auch am vierten Olympia-Tag in China wieder Chancen aus. Während die Snowboarder und die Biathleten Frust schoben, jubelten die Rodlerinnen über Gold und Silber im Eiskanal! 

Die wichtigsten Olympia-Entscheidungen am Dienstag auf einen Blick:

Ski Freestyle, Big Air, Damen, Finale

Chinas Hoffnung Eileen Gu hat im Big-Air-Wettbewerb im Ski-Freestyle für den dritten Olympiasieg des Gastgeberlandes bei den Winterspielen in Peking gesorgt. Die 18-Jährige katapultierte China damit vorübergehend sogar an die Spitze des Medaillenspiegels. Mit ihrem dritten und letzten Sprung verdrängte Gu noch die bis dahin führende Französin Tess Ledeux auf den Silberrang in der erstmals bei Winterspielen ausgetragenen Disziplin. Ledeux zeigte im Finaldurchgang ihren schwächsten Sprung, der damit aus der Wertung der beiden besten Versuche fiel.

Gu stand dagegen einen extrem schwierigen Sprung mit viereinhalb Drehungen in der Luft. Bronze holte an ihrem 22. Geburtstag Mathilde Gremaud aus der Schweiz, die in der anderen Freestyle-Disziplin Slopestyle vor vier Jahren in Pyeongchang Silber gewonnen hatte.

Die beste deutsche Ski-Freestylerin Aliah Delia Eichinger war in der Qualifikation als 18. ausgeschieden.

Ski alpin, Super G, Herren

Der Österreicher Matthias Mayer hat bei den Olympischen Winterspielen in China die Goldmedaille im Super-G gewonnen. Der 31-Jährige war am Dienstag im Ziel 0,04 Sekunden schneller als der Überraschungs-Zweite Ryan Cochran-Siegle aus den USA. Bronze ging mit einem Rückstand von 0,42 Sekunden an den norwegischen Ski-Star Aleksander Aamodt Kilde.

Für Mayer war es das dritte Olympia-Gold nach der Abfahrt in Sotschi 2014 und dem Super-G in Pyeongchang 2018. Abfahrts-Olympiasieger Beat Feuz aus der Schweiz schied aus.

Bester deutscher Starter war Romed Baumann auf Platz sieben. Einen Rang dahinter lag Andreas Sander.

Snowboard, Parallel-Riesenslalom, Damen und Herren, Finale

Der Traum von einer Olympia-Medaille ist für Snowboard-Hoffnung Ramona Hofmeister geplatzt. Die 25-Jährige aus Bischofswiesen, die 2018 in Pyeongchang Bronze geholt hatte, schied überraschend im Viertelfinale der Parallel-Riesenslaloms aus und wurde schließlich Fünfte. Gold ging an Ester Ledecka (Tschechien),  Daniela Ulbing (Österreich) freute sich über Silber, Bronze gewann Gloria Kotnik (Slowenien).

„Es war alles turbulent und nicht mein Tag, es hat einfach nicht gepasst. Es ist irgendwie alles sehr verrückt heute“, sagte die niedergeschlagene Hofmeister. In der Qualifikation hatte sie die zweitbeste Zeit gefahren.

Bei den Männern lief es noch enttäuschender: Der Weltcupführende scheiteret bereits in der Quali und musste zusehen wie die Kollegen über die Medaillen jubelten. Gold: Benjamin Karl (Österreich), Silber: Tim Mastnak (Slowenien),Bronze: Wictor Wild (ROC)

Biathlon, 20 Kilometer, Herren

Die deutschen Biathlon-Herren haben im Einzel nicht an den Gold-Coup von Olympiasiegerin Denise Herrmann anknüpfen können. Benedikt Doll war am Dienstag in Zhangjiakou auf Rang sechs bester der vier deutschen Starter und vergab die Chancen auf Edelmetall mit zwei Fehlschüssen. Der letzte im stehenden Anschlag brachte ihn um die mögliche Silbermedaille.

Den Olympiasieg im 20-Kilometer-Rennen, bei dem jeder Schießfehler eine Strafminute zur Folge hat, holte sich trotz zwei Fehlern der schnelle Franzose Quentin Fillon Maillet vor dem tadellos schießenden Anton Smolski aus Belarus, der 14,8 Sekunden zurücklag. Norwegens Star Johannes Thingnes Bö rettete nach zwei verfehlten Scheiben noch Bronze mit 31,1 Sekunden Rückstand. Er hatte vor vier Jahren Gold in der Königsdisziplin geholt.

Langlauf, Sprint Freistil, Damen und Herren, Finale

Die schwedische Skilangläuferin Jonna Sundling hat sich nach dem WM-Titel auch Olympia-Gold im Sprint gesichert. In Finale von Zhangjiakou setzte sich die 27-Jährige im freien Stil souverän vor ihrer Landsfrau Maja Dahlqvist durch. Bronze ging an Jessie Diggins aus den USA.

Beste Deutsche war Victoria Carl (Zella-Mehlis), die im Halbfinale ausschied und gute Zehnte wurde. Sofie Krehl (Oberstdorf) kam auf Platz elf, Pia Fink (Bremelau) auf Rang 19. Coletta Rydzek (Oberstdorf) war bereits in der Qualifikation gescheitert. Die einzigen deutschen Sprint-Medaillen bei den Frauen hatten Evi Sachenbacher-Stehle (2002) und Claudia Nystad (2006/beide Silber) geholt.

Bei den Männern gewann der Norweger Johannes Hösflot Kläbo erneut Gold im Skilanglauf-Sprint. Der Topfavorit setzte sich in Peking wie schon vor vier Jahren gegen den Italiener Federico Pellegrino durch. Bronze ging an den russischen Athleten Alexander Terentjew.

Janosch Brugger (Schluchsee), einziger deutscher Starter, schied als 38. bereits in der Qualifikation aus. Der heutige Bundestrainer Peter Schlickenrieder hatte 2002 mit Silber in Salt Lake City als bislang einziger deutscher Langläufer eine olympische Sprintmedaille gewonnen.

Rodeln, Einsitzer, Frauen

Gold-Hattrick! Natalie Geisenberger (Miesbach) hat ihr fünftes Olympia-Gold im Rennrodeln gewonnen. Die Rekordweltmeisterin setzte sich nach ihrer Baby-Pause bei den Winterspielen in Peking am Dienstag nach vier Läufen vor ihrer Teamkollegin Anna Berreiter (Berchtesgaden) durch, die bei ihrem Olympia-Debüt gleich Silber gewann. Bronze ging an die Russin Tatjana Iwanowa. Weltmeisterin Julia Taubitz (Oberwiesenthal) verpasste nach ihrem Sturz vom Vortag als Siebte das Podest deutlich.

Geisenberger (34) zog durch den Sieg nach Gold-Medaillen mit der bislang erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin Claudia Pechstein gleich. In der Teamstaffel am Donnerstag kann sie sich nun sogar den alleinigen Rekord vor der Eisschnellläuferin sichern.

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