Genial: Die Deutschen holten beim Zweierbob alle drei Olympia-Medaillen. AFP

Nach dem erfolgreichen Montag waren die Feier-Aussichten der deutschen Olympia-Mannschaft bei den Winterspielen in China am Dienstag noch vielversprechender. Verlass war allerdings nur auf die Zweisitzer im Bob, die alle Medaillen abräumten. Frust kam dagegen bei den Eishockey-Profis, Biathleten, Kombinierern und bei Abfahrts-Spezialistin Kira Weidle Frust auf. Der KURIER gibt einen Überblick, was den Tag über in Peking passierte. 

Abfahrerin Kira Weidle bleibt nur Rang vier

Zum Helm raufen: Abfahrerin Kira Weidle holte bei Olympia wegen 0,14 Sekunden nur Blech. Imago

Kira Weidle wusste sofort, dass es nicht gereicht hatte. Ein kurzer Blick auf die Anzeigetafel, die „4“ neben ihrem Namen - verärgert schrie die große deutsche Medaillenhoffnung ein langgezogenes „Maaaann“ durch den bitterkalten Zielraum am verflixten Olympia-Berg Xiaohaituo. 0,14 Sekunden fehlten zu einer Medaille, wie zuvor Lena Dürr im Slalom blieb auch für die Vizeweltmeisterin nur der undankbarste aller Plätze.

„Das ist ein extrem bitteres Ende“, sagte Weidle mit brüchiger Stimme über ihren jäh geplatzten Medaillentraum in der Königsdisziplin. „Vielleicht“, sinnierte sie über Rang vier, den undankbarsten aller Plätze, „muss der Berg heute noch einen Schrei aushalten.“

In einem spannenden Rennen krönte sich am Ende doch ein wenig überraschend die Weltmeisterin zur Olympiasiegerin: Corinne Suter aus der Schweiz siegte vor Sofia Goggia aus Italien (+0,16 Sekunden).

Eishockey: Deutsches Eishockey-Team in Peking ausgeschieden

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist bei den Olympischen Winterspielen in Peking früh ausgeschieden. Vier Jahre nach dem Gewinn der Silbermedaille in Pyeongchang verlor das Team von Bundestrainer Toni Söderholm am Dienstag das erste K.o.-Spiel gegen die Slowakei mit 0:4 (0:1, 0:2, 0:1).

Damit verpasste die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) den Einzug ins Viertelfinale. Libor Hudacek (12. Minute), Peter Cehlarik (28.), Michal Kristof (29.) und Marek Hrivik (58.) schossen die Tore für die Slowakei.

Deutsche Biathleten in Staffel auf Platz vier

Die deutschen Biathlon-Männer sind bei den Olympischen Winterspielen wie zuletzt 2010 ohne Staffel-Medaille geblieben. Erik Lesser, Roman Rees, Benedikt Doll und Philipp Nawrath mussten sich bei den Winterspielen in China am Dienstag nach einer Strafrunde im letzten Schießen und neun Nachladern mit dem vierten Platz begnügen. Das Quartett des Deutschen Skiverbands hatte nach 4 x 7,5 Kilometern 1:04,3 Minuten Rückstand auf Olympiasieger Norwegen.

„Wir hätten heute genauso gewinnen können, jetzt ist es der unglückliche vierte Platz“, sagte Doll im ZDF: „Wir brauchen uns nicht verstecken, aber es gibt eben nur diese drei Medaillen. Jetzt haben wir die Holzmedaille.“ Silber sicherte sich in Zhangjiakou Frankreich, Bronze ging an das russische Team.

Lessers Olympia-Fazit: „Ich nehme von den Olympischen Spielen genau gar nichts mit. Weder eine Medaille, noch ein gutes Ergebnis, eine gute Zeit hatte man hier jetzt auch so begrenzt. Wir haben zwar im Team das Beste daraus gemacht, aber irgendwie beneide ich Arnd Peiffer, der letzte Saison gesagt hat: Tschüssikowski, Peking gebe ich mir nicht mehr.“

Nord. Kombination: Nur Blech für Manuel Faißt

Olympia-Frust: Deutschlands Kombinierer Manuel Faißt war völlig ausgepumpt, wurde am Ende Vierter. dpa

Die deutschen Nordischen Kombinierer haben bei den Olympischen Winterspielen in China eine Medaille verpasst. Nach einem Sprung von der Großschanze und dem zehn Kilometer Langlauf reichte es für Manuel Faißt als besten Deutschen zu Platz vier.

Gold holte sich am Dienstag in Zhangjiakou der Norweger Jörgen Graabak vor seinem Landsmann Jens Luraas Oftebro und Akito Watabe aus Japan. Vinzenz Geiger wurde Siebter, Julian Schmid Zehnter. Johannes Rydzek kam nur auf Rang 28. Vor vier Jahren war er in Pyeongchang Olympiasieger in dem Wettbewerb geworden.

„Einer muss halt Vierter werden, und heute hat es leider mich getroffen“, sagte Faißt nach seinem Olympia-Debüt: „Das ist ärgerlich, aber der Stolz überwiegt.“

Zur tragischen Figur wurde Topstar Jarl Magnus Riiber. Der frisch aus der Corona-Quarantäne entlassene Norweger lag nach dem Springen klar in Führung, bog in der Loipe aber nach zwei Kilometern versehentlich auf die Zielgerade ab, musste umkehren und verlor die Führung. Am Ende reichte es im eiskalten Zhangjiakou nur zu Rang acht.

Dreifach-Erfolg im Zweierbob

Pilot Francesco Friedrich kürte sich in Peking zum zweiten Mal zum Zweierbob-Olympiasieger. dpa

Einen Tag nach dem medaillenlosen Fahrten der Monobobs der Frauen feierten die deutschen Männer im Zweierbob am Dienstag einen Dreifacherfolg - ein Novum in der olympischen Bob-Geschichte. Francesco Friedrich wiederholte seinen Gold-Gewinn von 2018 in Pyeongchang vor Johannes Lochner und Christoph Hafer.

Friedrich ist damit als zweiter Deutscher nach André Lange zum zweiten Mal hintereinander zum Olympiasieg im Zweierbob gefahren. Der Rekordweltmeister aus Sachsen setzte sich bei den Winterspielen in China nach vier Läufen mit 0,49 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Johannes Lochner durch.

Christoph Hafer sorgte am Dienstag mit Bronze für den ersten Dreifach-Erfolg der olympischen Bob-Geschichte. Nach vier Olympiasiegen im Rodeln und zweimal Gold im Skeleton war es für Deutschland bereits der siebte Triumph im Eiskanal von Yanqing.

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