Die Österreicher würde gerne den Formel-1-Zirkus in Spielberg starten. Auch ohne Publikum. Foto: Georg Hochmuth/dpa

Spielberg - Das Schrauben am neuen Formel-1-Kalender geht in die nächste Runde. Nach der Entscheidung, dass die Grands Prix in Le Castellet (28. Juni) und Spa (31. August) wenn überhaupt nur als Geisterrennen steigen können, wollen jetzt die Österreicher den WM-Start ausrichten.

Das Rennen auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg (5. Juli) könne problemlos ohne Zuschauer ausgerichtet werden, aber mit bestmöglichem Schutz der Fahrer, Teammitglieder und Journalisten. Mit dieser Offerte preschen Vizekanzler Werner Kogler (58) und Red-Bull-Teamchef Christian Horner (46) vor.

Kogler enthüllt: Die Regierung um Kanzler Sebastian Kurz (33) stehe einem Geisterrennen „nicht im Wege“. Und das, obwohl in Österreich bis zum 30. Juni ein generelles Verbot für alle Veranstaltungen gelte. Als größtes Problem nannte der Grünen-Politiker die Ein- und Ausreise der zehn internationalen Teams.

Geisterrennen brauchen nur 500 Mann

Doch auch in der Hinsicht sieht Red-Bull-Teamchef Horner keine Probleme. Die Strecke in der Steiermark sei dafür bereit und könne in „sehr kurzer Zeit“ die dafür erstellten Kriterien des Weltverbandes FIA erfüllen. Für ein Geisterrennen benötige man nur eine begrenzte Zahl von Personal, die Rede ist von ca. 500 Personen, um die WM zu beginnen.

Als Vorteil der Formel 1 nannte Horner mit Blick auf das Infektionsrisiko eine natürliche Distanz zwischen den Piloten, die zudem Helme tragen würden. Wenn dann der WM-Start in Spielberg geschafft sei, dürfte auch der Großbritannien-GP (19. Juli) als Geisterrennen über die Bühne gehen. Danach könnte der Spanien-GP in Barcelona (26. Juli) nachgeholt werden und der Ungarn-GP (2. August) eventuell wieder mit Zuschauern steigen.

Das wird eine riesige Herausforderung

Christian Horner

Horner glaubt: „Es wird einen schrittweisen Weg zurück zu kompletten Grands Prix geben.“ Der bisher noch als WM-Start im Kalender stehende Frankreich-GP in Le Castellet könnte in der Woche nach Monza (6. September) nachgeholt werden. Das zuvor angesetzte Spa-Rennen (30. August) kann wegen des Verbots von Großevents in Belgien bis zum 31. August nur als Geisterrennen steigen oder muss in den September verschoben werden.

Doch Horner hält wie Formel-1-Sportchef Ross Brawn (64) eine WM mit bis zu 18 Rennen in diesem Jahr noch für möglich. „Es wird hart, aber wenn wir loslegen, dann wird es schnell und reichlich sein. Das wird eine riesige Herausforderung.“