Mick Schumacher verlor in der abgelaufenen Formel-1-Saison sein Cockpit beim Haas-Team und ist kein Stammfahrer mehr in der Königsklasse.
Mick Schumacher verlor in der abgelaufenen Formel-1-Saison sein Cockpit beim Haas-Team und ist kein Stammfahrer mehr in der Königsklasse. Imago/Hochzwei

Ob das nun nötig war? Mick Schumacher, Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher, musste in dieser Saison jede Menge Tiefschläge kassieren. Nachdem Mick sein Haas-Cockpit verlor und in der kommenden Formel-1-Saison kein Stammfahrer mehr ist, gibt es jetzt noch eine Abreibung vom ehemaligen Formel-1-Fahrer und Königsklassen-Experten Marc Surer.

„Man muss ihm eines lassen, er hat sich gesteigert. Aber am Anfang des Jahres war er schon schwach, da war er richtig schwach“, erklärt der Schweizer dem Motorsport-Portal Champ 1. Surer macht keinen Hehl daraus, dass er von Mick in dessen zweiter Formel-1-Saison viel mehr erwartet hätte: „In den anderen Formeln hat er im zweiten Jahr immer zugeschlagen.“

Der 71 Jahre alte TV-Experte kritisiert auch die zunächst fehlende Entwicklung im Laufe der Saison – und die vielen teuren Crashs, die das klamme US-Team viele Millionen Euro gekostet haben und Haas-Teamchef Günther Steiner mehrfach auf die Palme brachten. Surer: „Erst Mitte des Jahres hatte man das Gefühl ‚jetzt kommt er langsam zum Zug‘, aber dann passieren halt so Fehler wie in Suzuka.“

Marc Surer: Brutales Formel-1-Zeugnis für Mick Schumacher

Verstanden sich nicht besonders gut und sind im nächsten Jahr keine Teamkollegen mehr: Die Haas-Piloten Kevin Magnussen und Mick Schumacher.
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Verstanden sich nicht besonders gut und sind im nächsten Jahr keine Teamkollegen mehr: Die Haas-Piloten Kevin Magnussen und Mick Schumacher.

Die Saison 2022 des 23 Jahre alten Mick Schumacher fasst Surer mit einer Schulnote zusammen: „Dann muss man dem Mick eine Sechs geben, weil das war ungenügend.“

Rückendeckung erhielt Schumacher nach seinem Haas-Aus von Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der Mick Hoffnungen macht, die Rolle des Ersatzfahrers bei Mercedes zu übernehmen. Wolff: „Er ist ein Deutscher, er passt unheimlich gut zum Stern. Ich finde, er hat einen Platz in der Formel 1 verdient.“

Formel-1-Fans halten zu Mick Schumacher

Zuspruch erhält Mick nach Surers brutalem Zeugnis auch von vielen Fans. Einer rechnet vor: „Wie kann man eine Sechs geben? Eine Sechs bedeutet nichts anderes, als dass es nicht schlechter geht. Mick Schumacher hat Magnussen im Rennduell mit 13:8 geschlagen. Insgesamt kam Schumacher nicht weniger als viermal ins Q3. Zwei weitere Male während der Sprints in Imola und Österreich kam er in die Top 10.“

Ein weiterer Fan stimmt zu: „Eine Sechs finde ich persönlich viel zu hart. Die hätte er verdient, wenn er keinen Punkt geholt und jedes Teamduell verloren hätte.“

Schumachers Hoffnung: Mercedes oder Audi

Fakt ist: Schumacher konnte keinen Teamchef von sich überzeugen, verlor sein Haas-Cockpit an seinen Landsmann Nico Hülkenberg (35) und wird maximal Test- und Ersatzfahrer bei Mercedes. Hoffnung, in Zukunft wieder in der Formel 1 als Stammfahrer dabei zu sein, besteht aber auch: Audi will Mick Schumacher spätestens 2026 zum Formel-1-Einstieg der Ingolstädter ein Cockpit geben.

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