Toni Kroos  Foto: imago images/ULMER Pressebildagentur

Der Auftritt der deutschen Auswahl in der Nations League gegen die Schweiz, dieses 1:1, ist ein Desaster. Für Umweltschützer jedenfalls. Die Mannschaft flog ja von Stuttgart nach Basel, was nötig gewesen sei, wie es hieß, um eine bessere Erholung zu gewährleisten nach dem 1:1 am Donnerstag gegen Spanien. Nicht auszudenken, wie es am Sonntag ausgegangen wäre, hätte der Tross Bus oder Bahn benutzt.

Von verteidigenden Funktionären zu einer funktionierenden Verteidigung: Bei den Deutschen beginnt sie weit in der Hälfte des Gegners, wurde in Basel aber halbherzig praktiziert. Dadurch eröffneten sich der Schweiz im Mittelfeld Freiräume. Immerhin: Bernd Leno verhinderte Schlimmeres. Dem Angriff seines Teams dagegen fehlte Effizienz.

Der Auftritt der deutschen Elf ist kritikwürdig, die Corona-Pandemie keine Entschuldigung. Das Virus hat den Fußball in ganz Europa zu Pause und Neustart gezwungen, und unabhängig davon sollte jeder Profi über die gesamte Spieldauer konzentriert sein. Egal, wie unbedeutend eine Partie sein mag.

Leroy Sane 
Foto: Imago images/Kurt Schorrer

Die Nations League ist das Ergebnis einer Inflation von Wettbewerben, die schon im Klubfußball Formate entwertete und nun den Auswahlteams zu schaffen macht. Erdacht wurde der Wettbewerb unter anderem, um kleinere Verbände gewogen zu stimmen. „Testen mit Punkten“ sagt Bundestrainer Joachim Löw dazu. Andernorts sehen sie es ähnlich.

Der sonst vom Ehrgeiz zerfressene Cristiano Ronaldo lässt lieber einen Bienenstich verheilen, als gegen Kroatien sein 100. Tor für Portugal zu erzielen. Die gute Nachricht ist: Mit der EM steht ein Turnier bevor, das nicht nur bei den Deutschen Kräfte freisetzt. Die schlechte: Es dauert bis dahin ein knappes Jahr. Zwölf Städte fungieren dann als Gastgeber, über den Kontinent verstreut. Das nächste Desaster, rein ökologisch.