So war es am 9. Oktober 2021 im IBO-WM-Kampf: Robin Krasniqi (r.) und Dominic Bösel fighten um den Sieg. Foto: dpa/Ronny Hartmann

Der Halbschwergewichts-Boxkampf zwischen Dominic Bösel (32/Freyburg) und Robin Krasniqi (34/Gersthofen) geht in die Verlängerung. Krasniqis Rechtsanwalt René-Dirk Hundertmark schlägt vor dem Landgericht in Kiel mit einer Klage zu. Der frühere SES-Boxer Robin Krasniqi ficht das Ergebnis des IBO-WM-Kampfes vom 9. Oktober vorigen Jahres an.

Robins Advokat fährt schwere Geschütze gegen den BDB und dessen Präsidenten Thomas Pütz auf. Neben der angeblich fehlerhaften Wertung des Kampfes (Karoline Pütz urteilte 115:114, Marco Morales 116:112, Michael Maas 115:114) pocht Hundertmark „auf die durch den BDB nicht erklärten Abweichungen von den verbandseigenen Dopingbestimmungen, nachdem bis zum heutigen Tage, trotz mehrfacher Anfragen, der Verbleib der Dopingproben nicht mitgeteilt wurde, ebenso wenig wie deren Befund“.

Indirekter Doping-Vorwurf

Das ist ein Hammer. Indirekt wird SES-Boxer Bösel da sogar Doping vorgeworfen. Man darf also auf den weiteren Verlauf der juristischen Auseinandersetzungen gespannt sein.

Krasniqi, der über zehn Jahre für den Magdeburger SES-Manager Ulf Steinforth in den Ring stieg, gibt sich jetzt gegen seinen einstigen Brötchengeber kämpferisch: „Ich bin sehr froh, dass nun eine gerichtliche Klärung erfolgt, denn ich war weder der erste noch bin ich der letzte Profiboxer, der in einem Weltmeisterschaftskampf betrogen worden ist … Ich bin jederzeit bereit, gegen Dominic Bösel wieder anzutreten und werde ihn auch ein drittes Mal besiegen.“

Krasniqi: „Ducke mich nicht weg“

Allerdings glaubt Robin, der am 1. April 35 Jahre alt wird, nicht so recht an einen Rückkampf, weil Bösel kneife. „Ich habe mitbekommen, dass SES-Boxing nicht daran interessiert ist, noch einmal gegen mich zu boxen. Sie setzen alle Hebel in Bewegung, um mir zu entkommen. Aber ich bin da, ducke mich nicht weg und gebe nie auf.“

BDB-Boss weiß nix von einer Klage

BDB-Präsident Thomas Pütz ist allerdings über die Äußerung Robin Krasniqis ziemlich erstaunt, „denn es gibt keine Klage gegen den BDB. Es hat auch noch nie eine Klage gegen den BDB gegeben.“ Da darf man auf den weiteren Verlauf des Paragrafen-Gefechts zwischen Krasniqi und dem BDB gespannt sein.