Der rechte Hinterreifen des Red Bull von Max Verstappen kommt dem Kopf von Lewis Hamilton immer näher ...  Foto: AP/Luca Bruno

 Dieser WM-Kampf wird langsam lebensgefährlich! Nach dem zweiten Horrorcrash zwischen Lewis Hamilton (36) und Max Verstappen (23) in Monza, bei dem dessen Red Bull auf dem Mercedes des Briten gelandet war, klagt der Weltmeister seinen jungen Herausforderer an: „Max fährt zu aggressiv. Er wusste genau, was passieren würde.“

Erst Silverstone, jetzt Monza: Beide Male kamen sich die WM-Rivalen zu nah, beide Male wollte keiner nachgeben, beide Male crashten sie und beide Male hätte sich einer ernsthaft verletzen können.

„Halo“ rettet Hamilton Leben

Während in Silverstone Hamilton den forsch überholenden Verstappen bei 280 km/h anrempelte, der in die Reifenstapel einschlug und mit Prellungen ins Krankenhaus musste, rettete in Monza der Kohlefaser-Cockpitschutz „Halo“ (Heiligenschein) dem Briten das Leben.

„Halo“, sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff (49), „hat Lewis definitiv das Leben gerettet. Es wäre ein ganz fürchterlicher Unfall gewesen, wenn wir Halo nicht gehabt hätten. Ich will gar nicht dran denken.“

Hamilton:„ Ich danke Gott“

Hamilton wurde von den Rennärzten gründlich durchgecheckt und gab am Abend Entwarnung: „Mein Hals tut etwas weh, weil er auf meinem Kopf gelandet ist, aber ich bin okay. Ich hatte großes Glück.“ Auch er bedankte sich beim „Halo“, dessen Einführung er 2018 noch kritisiert hatte: „Ich danke Gott für den Halo, der, glaube ich, letztendlich mich und meinen Nacken gerettet hat. Der Schlag war ziemlich hart.“

Verstappens Red Bull (746 Kilo plus Fahrer) landete mit dem rechten Hinterreifen auf Hamiltons Helm und „Halo“, der das Gewicht eines Doppeldeckerbusses (116 Kilonewton) aushalten muss.

Hamilton unter Schock

Bei der Ansicht der TV-Bilder gefror dem Briten das Blut in den Adern: „Das ist ein ziemlicher Schock für mich, denn wenn man die Bilder sieht, dann wurde mein Kopf ziemlich weit nach vorn gedrückt. Ich fahre so lange schon Rennen, und wir gehen die ganze Zeit Risiken ein. Aber erst wenn du so etwas erlebst, wird dir bewusst, wie zerbrechlich das Leben eigentlich ist.“

Umso mehr appelliert er an Verstappen, weniger aggressiv zu Werke zu gehen: „Ich versuche immer vorsichtig zu sein – vor allem mit Max, weil er sehr aggressiv ist. In Silverstone war ich komplett neben ihm, aber er hat mir keinen Platz gelassen. Und hier war es genau das gleiche Szenario. Er wollte nicht nachgeben. Er wusste genau, was passieren würde, als er in Kurve 2 gefahren ist. Er wusste, dass er über die Randsteine fahren würde. Und trotzdem hat er es gemacht.“

Es wird wieder krachen

Verstappen schiebt dagegen die Schuld auf Hamilton: „Er hat natürlich gemerkt, dass ich es versuche, also hat er mich weiter abgedrängt. Er hat mich einfach auf den Randstein gedrückt, und darum haben wir uns am Ende berührt.“

Bei diesen Aussagen wird klar, dass es zwischen beiden bald wieder krachen wird. Hoffentlich sind dann ihre Schutzengel wieder in Alarmbereitschaft.