Der Anfang einer wilden Partynacht.: Red Bull und Max Verstappen feierten den Formel-1-WM-Titel des Holländers bis zum Morgengrauen. AP

Erst vier Stunden nach der denkwürdigsten letzten Runde der Formel-1-Geschichte kam für Max Verstappen (24) die erlösende Nachricht. Red-Bull-Teamchef Christian Horner (48) überbrachte sie persönlich: Die Rennkommissare haben die beiden Proteste von Mercedes-Teamchef Toto Wolff (49) abgeschmettert. „Du bist Weltmeister!“ Und dann begann in der Box die wilde Partynacht mit dem Queen-Evergreen „We are the Champions“, Heineken-Bier und Red-Bull-Wodka, die im Team-Hotel bis zum Morgengrauen andauerte.

Ganz Holland dreht natürlich durch vor Stolz über seinen ersten Formel-1-Weltmeister. Was den Fußball-Legenden Johan Cruyff (68) und Ruud Gullit (59) nicht gelang, schaffte der im belgischen Hasselt geborene Sohn des früheren Volkshelden Jos „the Boss“ Verstappen (49), der Max seit frühester Kindheit für eine Rennfahrer-Karriere drillte.

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Haas-Pilot Mick Schumacher kämpfte mit Williams-Fahrer Nicholas Latifi. Durch den Crash des Kanadiers konnte Verstappen Hamilton noch den WM-Titel entreißen.

Schon als Einjährigen nahm Papa Jos seinen Max im Jahr 1996 mit zum Formel-1-Rennen, wo er für Arrows fuhr und sein Sohn den alten Benetton-Kumpel und frisch zu Ferrari gewechselten Michael Schumacher (52) treffen durfte. Auch in den späteren Kart-Jahren blieb die Freundschaft der Familien bestehen. Schumis Sohn Mick (22) eiferte dem zwei Jahre älteren Max nach, fuhr später auch für dessen niederländisches Formel-4-Team Van Amersfoort Racing und sie fuhren sogar gemeinsam in Urlaub.

Mick Schumacher ahnte Verstappen-Chance

Eine schöne Laune des Schicksals, dass es nun Verstappen junior ist, der Champion Lewis Hamilton (36) den schon sicher geglaubten achten WM-Titel in der letzten Runde entriss und den letzten wichtigen Schumi-Rekord rettete. Und so möchten am Tag danach einige Freunde des am 29. Dezember 2013 so tragisch verunglückten Kerpeners sagen: Danke, Max!

Sohn Mick, der das Dilemma für Hamilton mit seinem Duell gegen den dadurch gecrashten Williams-Fahrer Nicholas Latifi (26) ausgelöst hatte, sagte: „Ich wusste schon in dem Moment, dass das Safety-Car rauskommen und Max noch eine Chance eröffnen würde. Ich freue mich für ihn, er ist eine grandiose Saison gefahren. Und dass mein Papa seinen Rekord behält, ist natürlich auch sehr schön.“

Auch Sebastian Vettel (34), den Verstappen als Red-Bull-Champion, aber nicht als jüngsten Weltmeister beerbte, gratulierte: „Max hatte eine sehr, sehr starke Saison und hat den Titel verdient. Schön, dass Michael seinen Titel behält, er wird für mich sowieso immer der Größte bleiben.“

Schumi-Manager Weber jubelt mit Max Verstappen

So sieht es natürlich auch Ex-Schumi-Manager Willi Weber (79): „Was für ein verrücktes Rennen, ich habe bis zur letzten Kurve mitgefiebert. Gott sei Dank hat es Max noch geschafft, den Lewis abzufangen und Michael seinen Rekord zu retten. Der Bursche hat es verdient, der kann schon Auto fahren. Max ist genauso verrückt wie sein Vater. Auch schön, dass er die Dominanz von Mercedes gebrochen hat, das war ja nicht mehr ausgeglichen die letzten Jahre. Das kenne ich ja noch von Michaels Erfolgen: Erst sagen die Leute: Der Junge ist ja wirklich gut. Aber wenn es zu viel wird, heißt es: Jetzt reicht’s aber auch.“

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Ein Kuss für den Champion: Max Verstappen wird von seiner Freundin Kelly Piquet geknutscht.

Schumi-Fanclubvorsitzender Reiner Ferling (69) fieberte auch mit: „Max kann sich bei Mick bedanken, ohne dessen Duell und Latifis Crash hätte er null Chance gehabt. Aber er hat seinen ersten Titel natürlich verdient und dadurch Michaels Rekord gerettet, was uns sehr freut. Jetzt wollen wir hoffen, dass 2022 durch die Regel-Reform mehr als zwei Autos gewinnen können und auch die Ferrari und McLaren Hamilton das Siegen schwer machen.“

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