Bayern-Trainer Hansi Flick. Foto: AP/Andreas Schaad

Bayern-Trainer Hansi Flick hat seine emotionalen Aussagen über die Corona-Politik noch einmal begründet und zugleich dem von ihm angegriffenen SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ein Gespräch angeboten. Es sei vielleicht gut, wenn er mal „unter vier Augen“ mit Lauterbach rede, „nicht in einer Talkshow“, sagte der 55 Jahre alte Flick am Montagabend. Nun hat der Politiker das Gesprächsangebot angenommen. 

Der Gesundheitspolitiker Lauterbach hatte die Auslandsreisen der Fußballvereine kritisiert. „So langsam kann man die sogenannten Experten gar nicht mehr hören, auch Herrn Lauterbach“, hatte Flick daraufhin gesagt. Er habe „nicht erwartet“, dass seine Aussagen öffentlich „solche Wellen schlagen“ würden, gab Flick an. „Der letzte Tag war extrem.“ Er habe auch einige „böse Nachrichten“ erhalten. Er habe vielleicht ungewöhnlich emotional auf eine Frage geantwortet, und das nicht nur als Trainer, sondern als Mensch, der selbst zwei Enkelkinder habe und auch lange Unternehmer im Einzelhandel gewesen sei. „Ich bin keiner, der einen Menschen, den er nicht kennt, in so ein Licht stellen möchte“, so Flick.

Corona sei für die Bevölkerung eine große Herausforderung und Belastung. „Es nagt an uns allen, da wird man ein bisschen müde. Viele Menschen leiden unter der Pandemie. Wir können nur gemeinsam aus der Sache herauskommen“, sagte Flick am Montagabend. Er wisse auch, dass der Profifußball in der aktuellen Situation privilegiert sei. Man halte sich aber auch „sehr gewissenhaft“ an die Vorgaben.

Jetzt hat sich der SPD-Politiker erneut geäußert: „Sehr gerne spreche ich mit Hansi Flick“, teilte Lauterbach am Dienstag auf Twitter mit. „Ich freue mich darüber. Da Hansi Flick mir das Angebot über die Öffentlichkeit gemacht hat, antworte ich auch öffentlich“, sagte er dem „Spiegel“. Lauterbach versicherte: „Seine Kritik nehme ich sportlich. Verständlicherweise liegen bei vielen derzeit Nerven blank. Aber nur zusammen können wir vor uns liegende Wochen meistern.“

Lauterbach, der wegen seinen Darstellungen zur Pandemie immer wieder hart attackiert wird, sagte, vor allem im Netz erlebe er auch viele Drohungen und Beleidigungen. Mit dem Chef von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, habe er bereits ein gutes, konstruktives Gespräch geführt.