Grischa Prömel gehört weiter zum Kader des 1. FC Union. Foto: Imago Images

Das war mal eine etwas andere Art, eine Vertragsverlängerung zu verkünden. Nicht Union-Manager Oliver Ruhnert, sondern Marvin Friedrich – hochseriös im feinen Zwirn – brachte die frohe Botschaft unters Volk. Grischa Prömel hat seinen Vertrag bei den Eisernen um zwei Jahre verlängert. Bildhaft dargestellt an einem Trikot mit seinem Namenszug und der Rückennummer 2022.

 Womit auch klar ist, dass die seit geraumer Zeit laufenden Gespräche zwischen Union und dem Mittelfeldspieler schon vor der Abfahrt ins Coronacamp nach Barsinghausen ihren Abschluss gefunden hatten. Denn eine Beflockungsmaschine  wird beim Trip an den Deister eher nicht im Handgepäck der Köpenicker mitgereist sein.

Beste Perspektiven in Köpenick

2017 wurde der gebürtige Stuttgarter eisern, war einer der Leistungsträger und  Motoren des Aufstiegs. Im Fußball-Oberhaus lief bisher kaum was, weil ihn eine Patellasehnenverletzung quasi die Hinrunde außer Gefecht gesetzt hatte.   Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde Grischa nach dem Aufstieg mit seinem gestiegenen Marktwert konfrontiert. Transfermarkt listete ihn mit 2 Millionen Euro statt zuvor nur 1,4 Mio. auf. Dadurch habe er auch nicht mehr Geld auf dem Konto, scherzte der Silbermedaillengewinner von Olympia in Rio 2016 seinerzeit.

Nun ist der Wert coronabedingt auf 1,6 Mio. gesunken. Aber dennoch ist diese Preisspielerei ein guter Indikator für den Stellenwert eines Spielers. Prömel, mit seinen 25 Lenzen im „besten Fußballeralter“, steht für die Zukunft des Vereins, auch wenn sein schwäbischer Landsmann Christian Gentner im Mittelfeld derzeit die Nase vorn hat. Doch Gentner geht auf Mitte 30 zu!

Die nun erfolgte Vertragsverlängerung wird zudem sein Schaden nicht gewesen sein. Finanziell gesehen. Was Prömel, bodenständig wie er ist, nicht dazu bewegen wird, den von Oma geerbten Ford Fiesta gegen einen dicken Benz zu tauschen. „Der bleibt“, sagt Prömel. Und das gilt ja auch für ihn. Trotz anderer Anfragen. Weil er bei den Eisernen „die besten Perspektiven“ sieht, um weiterzuspielen. Sich weiterzuentwickeln. Zu reifen eben. Durch den Klub. Und mit dem Klub.