Deutschlands Stürmerin Alexandra Popp (31) setzte beim 4:0-Sieg zum EM-Auftakt gegen Dänemark den märchenhaften Schlusspunkt.
Deutschlands Stürmerin Alexandra Popp (31) setzte beim 4:0-Sieg zum EM-Auftakt gegen Dänemark den märchenhaften Schlusspunkt. Imago/Sportimage, Imago/AFLOSPORT

Es ist das fast schon märchenhafte Sahnehäubchen auf einen traumhaften EM-Start! Beim 4:0 (1:0) der DFB-Frauen gegen Dänemark kommt endlich, endlich auch Alexandra Popp (31) auf Europas größter Bühne an – mit gaaaanz viel Anlauf.

Die 61. Minute vor 15.746 Zuschauern im fast vollen Brentford Community Stadium und knapp sechs Millionen Deutschen daheim vorm TV: Popp darf für 2:0-Schützin Lea Schüller (24) rein, bekommt von Svenja Huth (31) die Kapitänsbinde und legt in der Sturmspitze los. In der 86. Minute sorgt die Wolfsburgerin per Flugkopfball für den Endstand, sinkt auf die Knie und drückt ihr Gesicht in den Rasen. Überwältigt vom EM-Debüt nach langer Leidenszeit und vielen Rückschlägen verlor „Poppi“ den Kampf gegen ihre Emotionen, vergoss inmitten der Jubeltraube ein paar Freudentränen.

Alexandra Popp beendet EM-Fluch

Alexandra Popp sank nach ihrem ersten EM-Tor beim 4:0-Sieg gegen Dänemark auf die Knie und wurde von ihren DFB-Kolleginnen geherzt.
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Alexandra Popp sank nach ihrem ersten EM-Tor beim 4:0-Sieg gegen Dänemark auf die Knie und wurde von ihren DFB-Kolleginnen geherzt.

„Da musste ich mich kurz verstecken“, verrät sie hinterher und ist da wieder ganz die alte Frohnatur. „Das erste EM-Spiel mit einem Tor in alter Popp-Manier und so einem deutlichen Sieg zu krönen – es gibt nichts Besseres. Ich bin einfach nur glücklich.“

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Klar doch, endlich ist ihr EM-Fluch beendet. 2013 und 2017 hatte Popp die kontinentale Meisterschaft verletzt verpasst. Im April 2021 hieß die Diagnose dann Knorpelschaden im Knie. Doch mit der Knie-OP nicht genug: Als sie nach quälend langer Reha gerade wieder den Anschluss geschafft hat, fängt sie sich in der EM-Vorbereitung Corona ein. Doch die Zeit reicht, bis zum Start in London ist die 115-malige Nationalspielerin wieder fit. Zumindest reicht es schon wieder für die Jokerrolle.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (54) wollte Popp unbedingt schon im ersten Gruppenspiel den besonderen Moment ermöglichen. Und macht alles richtig: „Ich freue mich einfach, dass sie sich mit einem typischen Alex-Popp-Tor belohnt hat. Poppi hatte keinen einfachen Weg. Die aufkommende Kritik, die Frage der Fitness – das hat sie sehr beschäftigt.“

Alexandra Popp weiter nur Joker bei der EM

Jetzt sind alle Zweifel ausgeräumt. Voss-Tecklenburg: „Wir haben versucht, einen Weg zu finden, ihr den Glauben zu geben, dass wir sie in ihrer ganzen Art in diesem Turnier brauchen – wenn auch nicht im ersten Spiel über 90 Minuten, vielleicht auch nicht im zweiten oder dritten.“

Heißt: Auch im Gruppen-Kracher Dienstag gegen Spanien (21 Uhr, ARD) wird Popp erst mal auf der Bank sitzen. Egal, Poppi nimmt die Rolle an: „Ich möchte weiter in jedem Training zeigen, dass ich natürlich von Anfang an spielen will.“ Aber die Olympiasiegerin von 2016 stellt den Teamerfolg über alles: „Wenn Lea vorher alle schwindelig spielt und ich dann vollstrecken darf, dann unterschreibe ich das. Erst recht, wenn das das Erfolgsrezept zum Titel ist.“

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