Vorm dem Rennen in Saudi-Arabien ist Mick Schumacher sogar an der Strecke, grüßt wie seine Kollegen. Nur Fernando Alonso richtet lieber seine Mütze.
Vorm dem Rennen in Saudi-Arabien ist Mick Schumacher sogar an der Strecke, grüßt wie seine Kollegen. Nur Fernando Alonso richtet lieber seine Mütze. Foto: Imago/Motorsport Images

Der schwere Unfall von Mick Schumacher (23) im Qualifying zum GP von Saudi-Arabien ließ die anderen 19 Fahrer mit einem mulmigen Gefühl in ihre Rennautos steigen. Der Haas-Jungstar hatte bei von der Rennleitung ermittelten 272 km/h nach dem Überfahren eines Randsteins die Kontrolle verloren und war hart in die Betonmauer gekracht.

Zwar wurde Mick nicht verletzt, als Vorsichtsmaßnahme meldete ihn Haas-Teamchef Günther Steiner (56) aber vom Rennen ab. Dabei wollte Mick viel lieber fahren. „Mir geht es gut, ich bin überhaupt nicht verletzt und hätte fahren können. Ich habe die Erlaubnis dafür“, sagte Mick vor dem Rennstart. „Aber wir müssen auf unsere Teile aufpassen, damit wir in Melbourne fahren können.“

Schon am Unfalltag hatte sich Mick kurz vor Mitternacht gemeldet,  zu einem Selfie aus dem Hotel geschrieben: „Ich wollte nur sagen, dass es mir gut geht. Danke für die netten Nachrichten.“ Zuvor hatte er bereits aus dem Medical-Center mit seiner Mutter Corinna (53) telefoniert und Entwarnung gegeben.

Mick: „Wir kommen stärker zurück“

Er will seinen Fahrfehler natürlich wettmachen und kündigte für das nächste Rennen in Melbourne (10. April) an: „Das Auto hat sich großartig angefühlt. Wir kommen stärker zurück.“

Es war nicht Micks erster Unfall in der Formel 1, aber laut seinem Onkel Ralf Schumacher (46) sein härtester. Bereits bei der Premiere des Saudi-Arabien-GP im Dezember war er auf dem ultraschnellen Stadtkurs am Roten Meer verunglückt.

Der stumpfe Aufprall in die Betonmauer riss seinen Haas-Ferrari in zwei Teile und entwickelte immense G-Kräfte, weshalb die Streckenposten ihn sicherheitshalber mit einer Halskrause aus dem Wrack bargen.

Nico Hülkenberg hat „durchgängig Puls 200“

„Dass es Mick nach dem Unfall körperlich gut geht, zeigt erneut die Stärke und Sicherheit moderner Formel-1-Autos, für die wir unglaublich dankbar sind“, twitterte die Formel 1. CEO Stefano Domenicali (56) muss sich aber fragen, ob der schnellste Stadtkurs der Formel 1 mit seinen in ungünstigen Winkeln aufgestellten Betonmauern nicht zu gefährlich ist.

Das hatte Mercedes-Jungstar und GPDA-Direktor George Russell (24) schon bei der Premiere moniert. Und selbst Aston-Martin-Ersatzfahrer Nico Hülkenberg (34) stöhnte nach dem Qualifying: „Es ist brutal hier. Wahnsinn. Ich habe Puls 200 durchgängig. Das ist einfach nur unfassbar schnell. Du bist einfach nur in einem Betontunnel, und alles fliegt an einem vorbei.“

Lewis Hamilton will nur noch weg

Ihr Unbehagen über das Gastspiel in Saudi-Arabien hatten die Fahrer bereits nach dem Raketenangriff der jemenitischen Huthi-Rebellen auf eine Öl-Anlage des Formel-1-Hauptsponsors „Aramco“ zum Ausdruck gebracht. „Was in diesen 24 Stunden passiert ist, ist definitiv Grund für Diskussionen und Überlegungen, die wir mit Blick auf die Zukunft anstellen müssen“, sagte Ferrari-Pilot Carlos Sainz (27). Und Superstar Lewis Hamilton (37) bekannte: „Ich bin froh, wenn ich wieder zu Hause bin.“

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