Son war es 2012 nach dem Rennen: Schumi strahlt nach Platz 7, Sebastian Vettel (l.) reichte Rang 6 für seinen dritten WM-Titel.   Imago/Motosport Images

Die Formel 1 biegt auf die Zielgerade, der GP von Brasilien in Interlagos (Sonntag, 18 Uhr) ist der viertletzte der Saison. Für Mick Schumacher (22) gilt in der Karnevals-Hochburg Sao Paulo: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Mit über 100 Runden im Simulator und Krafttraining hat sich der Haas-Jungstar aufs Renn-Wochenende vorbereitet. Bevor es losging, nahm sich Mick noch Zeit für ein Interview.


Interlagos bot oft Dramen. Die WM-Entscheidungen 2007/08 und auch Sebastian Vettels Titel 2012 war ein Drama, das im berüchtigten Senna-S begann. Haben Sie diese Rennen parat und was erwarten Sie am Sonntag?

Mick Schumacher: Die Strecke insgesamt ist sehr spaßig und sehr speziell, deshalb freue mich auf mein erstes Mal. Ich bin bisher zwar nur zwischen 100 und 150 Runden im Simulator gefahren, bin aber sehr gespannt darauf, wie es sich anfühlt. Es ist natürlich sehr viel Geschichte damit verbunden und ich glaube, dass es schön wird, mein eigenes Stück Geschichte zu schreiben.

Immer etwas Spezielles

Ihr Vater hat hier 2012 sein letztes Rennen bestritten. Waren Sie damals eigentlich froh oder was ging in Ihnen vor?

Ich muss gestehen, dass ich das so genau gar nicht mehr weiß. Wenn ich mich zurückversetze, würde ich ihn bei beiden Möglichkeiten unterstützen: weiterfahren oder aufhören. Beides wäre schön gewesen.

Ihr Vater hat auf so vielen Strecken Erfolge gefeiert. Glauben Sie, dass dieses Gänsehautgefühl für Sie irgendwann mal aufhört, wenn Sie an eben diese Strecken kommen?

Das ist schwierig vorherzusagen. Ich hoffe aber, dass diese Gänsehaut-Momente für immer bleiben. Es ist einfach immer etwas Spezielles.

Lieber Deutschland als Miami

Ohne sich über die Machbarkeit Gedanken zu machen: An welchem Ort würden Sie gern mal ein Rennen absolvieren?

Es sieht ja so aus, dass wir auch nächstes Jahr nicht nach Deutschland kommen. Von daher: Hockenheim- oder Nürburgring, damit wir auch in Deutschland mal wieder ein Heimrennen genießen können.

Also Nürburgring statt Miami, das 2022 Premiere feiert?

Natürlich würde ich ein Rennen in Deutschland vorziehen. Wobei Miami auch ein Ort ist, an dem ich selbst bisher noch nicht war. Es ist also auch cool, dort als Formel-1-Pilot hinzukommen. Ideal wäre es, wenn man dann noch ein deutsches Rennen rein quetschen könnte.