Pure Erleichterung: Haas-Pilot Mick Schumacher (23) fuhr beim Formel-1-Rennen in Silverstone erstmals in die Punkte.
Pure Erleichterung: Haas-Pilot Mick Schumacher (23) fuhr beim Formel-1-Rennen in Silverstone erstmals in die Punkte. Imago/Andy Hone

Die Durststrecke ist vorbei! Mick Schumacher hat in seinem 31. Formel-1-Rennen endlich Grund zum Feiern und liefert sich ganz nebenbei bis zur letzten Kurve ein Superduell mit Weltmeister Max Verstappen. Ganz klar: Der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher ist endlich in der Königsklasse angekommen. Mick megaglücklich: 3507 Tage nach Papa Michael punktet wieder ein Schumacher in der Formel 1! 

Die Erleichterung war Mick in jeder Sekunde nach dem verrückten Rennen in Silverstone anzusehen – und das ausgerechnet auf der Horrorpiste von Papa Michael (53). „Hat ja lange genug gedauert, die ersten Punkte hier zu kriegen“, erklärte Mick lachend. „Es hat super Spaß gemacht. Es war ein fehlerfreies Rennen mit den richtigen Boxenstopps.“

Als Achter sammelte der 23-Jährige gleich vier Zähler ein und beendete so die lästige Zählerei der Null-Punkte-Rennen. Endlich passte einmal alles zusammen – Schumacher machte keine Fehler, der Haas nicht schlapp. Mama Corinna (53) war außer sich vor Freude, jubelte direkt nach der Zieleinfahrt über den Teamfunk: „Micki, ich bin megastolz auf dich. Mega gemacht, Schatz!“ Auch Schwester Gina (25) feierte mit: „Super! Super! Super!“ – und verpasste ihrem Bruder vor laufender Sky-Kamera eine Champagner-Dusche.

Mick Schumacher bringt Max Verstappen ins Schwitzen

Mick Schumacher jagte im Haas Red-Bull-Pilot und Weltmeister Max Verstappen in Silverstone bis zur letzten Kurve.
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Mick Schumacher jagte im Haas Red-Bull-Pilot und Weltmeister Max Verstappen in Silverstone bis zur letzten Kurve.

Super beschreibt Micks Fahrt in Silverstone ziemlich genau. Als Vorletzter ging er ins Rennen, kämpfte sich durch, ließ sich auch nicht von dem irren Rennverlauf und dem schweren Startunfall aus der Ruhe bringen, überholte den vierfachen Weltmeister und Kumpel Sebastian Vettel cool und brachte mit seinen Attacken Weltmeister Max Verstappen in der letzten Runde so richtig ins Schwitzen.

Entsprechend war Mick einfach nur megahappy. Dass die letzten Wochen, die Kritik von Haas-Teamchef Günter Steiner nach bereits drei Unfällen, die Gerüchte über einen vorzeitigen Rauswurf und der jüngste Lenkrad-Pfusch im Qualifying alles andere als spurlos an ihm vorbeigingen, gibt Schumi junior offen zu: „Der Druck war etwas höher als normal, aber ich hatte ja auch Fehler dabei. Wir sind ein Team und gewinnen und verlieren zusammen.“

Mick Schumacher feierte seine ersten Formel-1-Punkte in Silverstone ausgelassen, inklusive Champagner-Dusche für die Fans.
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Mick Schumacher feierte seine ersten Formel-1-Punkte in Silverstone ausgelassen, inklusive Champagner-Dusche für die Fans.

Sein starker Silverstone-Ritt brachte auch Haas-Chef Steiner zum Staunen: „Das ist gut für Mick. Wir konnten es fast gar nicht glauben, was da passiert ist.“

Nun ist der Knoten geplatzt. Genau 3507 Tage nach dem letzten Rennen seines Vaters Michael, der am 25. November 2012 in Brasilien im Mercedes Siebter wurde. Steiner hofft, dass die Punkte für Mick wie ein Befreiungsschlag wirken: „Zumindest geht jetzt hoffentlich einiges von dem Druck weg und er kann freier fahren.“

Mick Schumacher beendet Punkte-Fluch

In den ersten Monaten dieser Saison hatte der Italiener Schumacher wegen einiger Unfälle und Fahrfehler noch öffentlich angezählt. „Ich habe ihm gesagt: Bleib ruhig, mach weiter und kümmere dich nicht um die da draußen“, beteuerte Steiner nun. Für das klamme Haas-Team sei durch den Erfolg von Schumacher „ein Knoten geplatzt“.

Der junge Rennfahrer mit dem großen Namen kann jetzt von einer Last befreit die nächsten Rennen angehen – einfacher wird es für ihn aber nicht. In Silverstone sind viele Konkurrenten ausgeschieden, das Mittelfeld ist diese Saison extrem eng – für Punkte muss bei Schumacher und Haas weiter alles passen. Auch Steiner bremst die Erwartungen: „Man darf nicht denken, dass er jetzt immer Punkte machen muss.“

Zumindest das Zählen der punktlosen Rennen hat jetzt aber definitiv ein Ende ...

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