Mercedes-Pilot Lewis Hamilton kann es nicht fassen: Red-Bull und Rivale Max Verstappen kommen ohne Strafe davon. Imago

Freie Fahrt für „Mad Max“! Trotz seines Abdrängens von WM-Rivale Lewis Hamilton (36) zuletzt in Interlagos geht Max Verstappen (24) straffrei aus – und mit 14 Punkten Vorsprung in die Katar-Premiere (Sonntag, 15 Uhr, Sky). Das entschieden die Rennkommissare, die eine von Mercedes geforderte erneute Überprüfung des Manövers ablehnten.

Ein Freifahrtschein für Renn-Rüpel Verstappen. Und das, ohne die von Mercedes vorgelegten neuen Beweise anzuschauen. Es geht um Verstappens Onboard-Video aus Interlagos, auf das FIA-Rennleiter Michael Masi (42) angeblich während des Rennens keinen Zugriff gehabt habe. Nun behaupten die Stewards, daraus keine signifikanten Erkenntnisse für eine Neubewertung des Manövers ziehen zu können.

Dabei war jedem Experten klar: Verstappen bremste viel zu spät, um den überholenden Hamilton nicht vorbei zu lassen und drängte ihn in die Auslaufzone. Das weiß wohl niemand besser als der frühere Williams-Rüpel Juan Pablo Montoya (46): „Man muss sich nur einmal anschauen, wie weit Lewis neben ihm war und ihn in der Bremszone klar überholt hat. So spät, wie er gebremst hat, hätte er es auf keinen Fall mehr in die Kurve geschafft. Ich glaube nicht, dass er überhaupt die Absicht hatte, die Kurve zu kriegen.“

Red Bull lacht, Mercedes schäumt

„Mad Max“ lacht sich nach dem Freispruch ins Fäustchen, Mercedes-Teamchef Toto Wolff (49) schäumt. „Ich habe das komplett so erwartet“, sagte der Österreicher und erklärt, wieso er Masis Entscheidung dennoch angriff: „Wir dachten nicht, dass wir dadurch etwas gewinnen. Wir wollten eine Diskussion anregen, es geht um das Prinzip.“

Mit dem Freibrief für solche Manöver hätten die Fahrer nun eine Richtlinie für die verbleibenden Rennen in Katar, Saudi-Arabien (5. Dezember) und Abu-Dhabi (12. Dezember): „Wir wollen nicht, dass die WM bei den Stewards oder vor dem Berufungsgericht entschieden wird. Deshalb ist es wichtig, die Regeln klarzustellen.“

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Max Verstappen ließ Lewis Hamilton beim Brasilien-GP wenig Platz, bekommt aber keine nachträgliche Strafe. 

Sein Red-Bull-Rivale Christian Horner (48) empfand es als Schikane und ätzte: „Der Titelkampf ist der mit Abstand politischste in der Geschichte unseres Teams“. Dabei trug aber auch er mit Hinweisen über den angeblich zu flexiblen Mercedes-Heckflügel und Geraune über Hamiltons Topspeed-Vorteil bei. Horners Verhältnis zu Wolff gilt als zerrüttet, ist aber wurscht: „Ich muss nicht mit Toto zum Dinner, ich muss ihm nicht den Hintern küssen. Aus meiner Sicht ist es ein Kampf.“

Red Bull gießt Öl ins Formel-1-Feuer

In dem natürlich auch Wolffs Erzfeind, Red-Rull-Sportchef Dr. Helmut Marko (78) Öl ins Feuer gießt. „Diese Mercedes-Eingabe war lästig“, sagte Doktor Grumpy. Marko weiter: „Unsere Renningenieure waren damit beschäftigt, sich Sachen für eine Verteidigungsstrategie für diesen Blödsinn zurecht zu suchen, anstatt am Auto zu arbeiten.“

Da sieht er gegen Hamiltons „Raketenmotor“ die einzige Chance, Verstappens Vorsprung irgendwie ins Ziel zu retten. Im Training war Hamilton-Helfer Valtteri Bottas (32) Schnellster, der schon in Interlagos saustarke Pierre Gasly (25) folgte vor Verstappen und Hamilton.

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