Max Verstappen crasht seine Siegchancen in Baku nach einem Reifenplatzer auf der Zielgerade.  Foto: AFP

Plattfuß-Irrsinn in Baku! Zwei heftige Reifenplatzer bei über 300 km/h rissen Lance Stroll (22, Aston Martin) und Max Verstappen (23, Red Bull) aus der Spur und knallhart in die Betonmauer. Die Autos nur noch Wracks, wie durch ein Wunder blieben die Fahrer unverletzt. Verstappen trat nach dem Aussteigen wütend an einen Reifen. Kein Wunder, verlor er doch den sicheren Sieg an Red-Bull-Kollege Sergio Perez (31) und die WM-Führung an Lewis Hamilton (36).

Doch heimlicher Gewinner war Sebastian Vettel (33). Nach dem Pech im Crash-Qualifying raste der Ex-Weltmeister vom elften Startplatz vor auf Rang drei. Fast wie ein Sieg im noch unterlegenen Aston-Martin-Mercedes, in dem Vettel erst im fünften WM-Lauf in Monaco (Fünfter) seinen Null-Punkte-Fluch gebrochen hatte.

Beim Re-Start nach dem Stroll-Crash erfuhr Vettel eine besondere Genugtuung: Er überholte seinen Ferrari-Intimfeind Charles Leclerc (23), der wie in Monaco durch einen Quali-Abbruch (diesmal durch Crashs von Yuki Tsunoda und Teamkollege Carlos Sainz!) die Pole-Position geerbt hatte.

Doch kurz nach dem Start wurde Leclerc von Hamilton überholt, der nach den erschreckend langsamen Trainingszeiten ebenfalls vom Quali-Abbruch profitiert hatte. Den möglichen Glücks-Sieg verlor der Brite wegen einer erneuten Boxenpanne bei Mercedes.

Nachdem in Monaco am Auto von Valtteri Bottas (31) eine Radmutter nicht abgegangen war, dauerte in der 12. Runde der erste Reifenwechsel beim führenden Hamilton lahme 4,6 Sekunden. In der Runde darauf fertigte Red Bull Verstappen in 1,9 Sekunden ab und der „fliegende Holländer“ kam vor Hamilton wieder auf die Strecke.

Als dann auch Perez zum Boxenstopp fuhr, führte Samstag-Pechvogel Vettel das Rennen plötzlich an – erstmals seit dem Brasilien-GP 2019! Was für eine lange Durststrecke für den Vierfach-Weltmeister, der bei Ferrari aussortiert wurde und bei Aston Martin bisher nicht mit seiner grünen Rennlady „Honey Ryder“ warm geworden war.

„Ein starkes Resultat nach dem sehr schwierigen Saisonstart von Sebastian. Er scheint sich jetzt wohler im Auto zu fühlen“, zollte Sky-Kritiker Ralf Schumacher (45) Respekt.

Eine Schrecksekunde hatte auch Mick Schumacher (22): Der Haas-Jungstar fuhr nach dem Reifenwechsel aus der Box, wurde aber zurückgepfiffen. Grund war ein fehlerhaft montierter Reifen. Er musste zurück an die Box geschoben werden, konnte aber das Rennen fortsetzen und vor Haas-Kollege Nikita Mazepin (22) als 16. beenden.