Sebastian Vettel (l) und Mick Schumacher. dpa/James Gasperotti/ZUMA Press Wire

Die Luft über dem Yas Marina Circuit knistert vor Spannung. Der Titel-Showdown zwischen Max Verstappen (24) und Lewis Hamilton (36) im WM-Finale von Abu Dhabi (Sonntag, 14 Uhr, Sky) elektrisiert nicht nur die Fans, sondern auch alle anderen Fahrer. Und von denen hoffen zwei auf Verstappens ersten Weltmeister-Titel: Mick Schumacher (22) und Sebastian Vettel (34) wollen, dass der Red-Bull-Heißsporn Hamiltons achten WM-Titel verhindert und so den Rekord von Michael Schumacher (52) rettet.

Morgen wird in der erwarteten Wüstenschlacht so oder so Geschichte geschrieben. Entweder krönt sich Hamilton, der schon die meisten Siege und Pole-Positions (jeweils 103) hat, endgültig zum erfolgreichsten Fahrer der Geschichte. Oder Verstappen wird erster niederländischer Formel-1-Weltmeister.

Bei Punktgleichheit führt „Mad Max“ mit 9:8-Siegen die WM an, was bedeutet, dass Hamilton auf jeden Fall vor ihm ins Ziel kommen muss. Diese Konstellation lässt seit Verstappens Brems-Test in Saudi-Arabien die Spekulationen über ein finales Foul von „Mad Max“ blühen. Rammt er sich zum Titel, wie es Schumi 1994 gegen Damon Hill (61) gemacht und 1997 gegen Jacques Villeneuve (50) erfolglos versucht hat?

Mick Schumacher: Papa wird immer der Beste sein

Darauf angesprochen druckst Mick Schumacher verständlicherweise herum. „Wie das Rennen läuft und wer gewinnt, das bleibt abzuwarten. Ich drücke beiden die Daumen“, sagt der Weltmeister-Sohn, der nach seinem Jeddah-Crash seine erste Formel-1-Saison unfallfrei beenden will. Noch mal nachgehakt: Wäre er nicht traurig, wenn sein Vater den Rekord verlieren würde? Da sagt Mick: „Wenn es Lewis ist, soll es so sein. Aber für mich wird mein Papa immer der Beste sein!“

Und was sagt Vettel, der sich mit beiden WM-Kandidaten schon schmutzige Duelle geliefert hat? „Beide hätten den Titel verdient, beide hatten eine starke Saison“, sagt der Aston-Martin-Star. Und wäre Hamilton mit acht Titeln der Allergrößte? Vettel: „Nein, selbst wenn Lewis gewinnt, ändert das nichts für mich. Er kann ein, zwei, drei weitere Titel gewinnen, Michael bleibt der Größte Für mich.“ Und was rät er Verstappen für das finale Duell mit Hamilton? Vettel grinst: „Nun ja, Lewis hat mich in meinen Ferrari-Jahren besiegt, von daher sollte er lieber nicht auf mich hören.“

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Hören sollte „Mad Max“ dafür dringend auf FIA-Rennleiter Michael Masi (42). Der erinnerte ihn in seinen „Eventnotes“ an Artikel 12.4.5 des Reglements: den Anti-Crash-Paragraphen! Darin sind Strafen definiert, die die Rennkommissare für Fehlverhalten auf der Strecke anwenden dürfen, unter anderem „Sperre für eine oder mehrere Veranstaltungen“ und „Abzug von Punkten in der Meisterschaft“. Heißt: Bei einer mutwillig herbeigeführten Kollision würde Verstappen den Titel nachträglich wieder verlieren.