Max Verstappen stemmt jubelnd die Trophäe nach dem GP von Frankreich in die Höhe. AFP/Nicolas Tucat

 Jetzt wird’s schmutzig zwischen Mick Schumacher (22) und seinem russischen Teamkollegen Nikita Mazepin (22). Nach dessen Einschüchterungsversuch bei Tempo 320 in Baku drängte er Mick in Le Castellet in der 5. Runde rüde von der Strecke. Doch Mick gab die passende Antwort und überholte Mazepin später wieder – und das sauber.

Das Dumme daran: Es ging nur um den vorletzten Platz. Denn schon am Start verlor Mick seinen guten 15. Startplatz, auf dem er durch seinen Quali-Crash gelandet war. „Da war ich mitten im Pulk und bin auf den dreckigen Teil abseits der Strecke gekommen, wodurch ich viel Zeit verloren habe“, haderte Mick.

Mick Schumacher stocksauer

Doch mehr ärgerte er sich über Mazepin: „Ich bin vom Teamkollegen überholt und rausgedrückt worden. Das muss nicht sein.“ Und er kündigte eine Klärung bei Teamchef Günther Steiner (56) an: „Das ist eine Sache, über die ich mit dem Team noch mal reden muss.“

Doch Mazepin bewies sich ja schon nach seinem Baku-Manöver als beratungsresistent. „Wenn er meint, so fahren zu müssen, ist das halt so. Er macht sein Ding, ich mache meins“, sagte Mick und kündigte eine Reaktion an: „Vielleicht müssen wir dann alle unsere Ellenbogen ausfahren.“

Red Bull mit besserer Strategie

Auch an der Spitze ging es zur Sache. Der Regen hatte sämtliches Gummi von der Strecke gewaschen und so rutschte auch Pole-Setter Max Verstappen (23) in der zweiten Kurve raus und schenkte Lewis Hamilton (36) die Führung. Doch durch einen mutigen zweiten Boxenstopp von Red Bull holte sich der „fliegende Holländer“ frische Reifen und schnappte dem Weltmeister in der vorletzten Runde den Sieg vor der Nase weg.

„Ich habe es gegen Ende sehr genossen. Am Anfang war es schwer, das Auto stabil zu halten. In der zweiten Kurve bin ich einfach rausgerutscht. Aber dann hatten wir den zweiten Stopp und das hat sich ausgezahlt“, jubelte Verstappen.

Hamilton war stinksauer über die falsche Taktik, Mercedes-Stratege James Vowles nahm die Schuld auf sich: „Sorry, Lewis, das lag an uns. Danke, dass du versucht hast das Rennen noch zu retten.“ Später sagte er: „Ich hatte am Ende keine Reifen mehr und hatte keine Chance, gegen Max zu kämpfen. Sie waren einfach schneller auf den Geraden und ich hatte nur die Chance, so lange wie möglich draußen zu bleiben.“

Valtteri Bottas zoff mit Mercedes

Weil Verstappen auch noch die schnellste Rennrunde fuhr, baute er seinen WM-Vorsprung auf Hamilton vor dem Double-Header in Spielberg (27. Juni und 4. Juli) auf zwölf Punkte aus.

Dritter wurde Verstappens Edelhelfer Sergio Perez (31), der Hamiltons Wasserträger Valtteri Bottas (31) noch vom Podium verwies. Der Finne, der bei Mercedes-Teamchef Toto Wolff (49) in Ungnade gefallen ist und vor der Ablösung durch Williams-Juwel George Russell (23) steht, machte seinem Ärger am Funk Luft. „Ich habe euch gesagt, dass es ein Zwei-Stopp-Rennen ist. Meine Reifen sind am Ende“, schimpfte Bottas. Sein Renningenieur antwortete nur genervt: „Wir haben verstanden.“ Wolff packte sich nur noch an den Kopf.

Sebastian Vettel ist zufrieden

Auch für Sebastian Vettel (33) gab es nach der Podium-Premiere in Baku (2.) einen kleinen Dämpfer. Vom 12. Startplatz kam er trotz eines erneut langen ersten Stints nur bis auf Rang neun nach vorne. Vettel: „Ich hatte in Runde 29 eine Ecke drin, da habe ich etwas Zeit verloren. Mit einem perfekten Rennen hätten wir ein paar Punkte mehr holen können. Aber generell bin ich zufrieden. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und können um Punkteplätze kämpfen.“