Max Verstappen triumphierte beim Heim-Grand-Prix in den Niederlanden.  AFP/Kenzo Tribouillard

Mit einem Heimsieg an die WM-Spitze! Zu den Klängen von Wolter Kroes’ Cover-Version („Viva Hollandia“) feierte Max Verstappen (23) seinen Heimsieg beim ersten Niederlande-GP nach 36 Jahren Formel-1-Pause. Mit dem zweiten Sieg in Serie nach der Zwei-Runden-Farce von Spa übernahm der „fliegende Holländer“ auch die WM-Spitze von Lewis Hamilton (36), der Zweiter wurde.
Max-Mania in Zandvoort! Mit einer Landesflagge um die Schultern jubelte Verstappen: „Es ist unglaublich. Die Erwartungen waren sehr groß, es war nicht so einfach, ihnen gerecht zu werden. Mercedes hat es uns schwer gemacht. Aber es war ein wundervoller Tag mit diesem Ergebnis und dem Publikum.“

Verstappens „Orange-Army“, die den Großteil der 70.000 zugelassenen Zuschauer stellte, pushte ihn zum Heimsieg. 

„Es ist Wahnsinn, was der Max in fünf Jahren erreicht hat. Jetzt hat er unser viertes Heimrennen gewonnen“, freute sich Red-Bull-Sportchef Dr. Helmut Marko (78) im Hinblick auf die Siege in Österreich (Red-Bull-Sitz), England (Fabrik), Belgien (Verstappens Geburtsland) und nun Zandvoort (Nationalität).

Mad Max wie entfesselt

Vom Start weg preschte „Mad Max“ voran und ließ Mercedes auch taktisch keine Chance. Als Hamilton zweimal einen „Undercut“ versuchte, reagierte Red Bull sofort und holte auch Verstappen in die Box. Und auch den zunächst führenden und abermals als „Bremsklotz“ eingesetzten Valtteri Bottas (32) überholte der Holländer locker.

Der am Saisonende durch Williams-Juwel George Russell (23) abgelöste Fuck-you-Finne gönnte sich kurz vor Rennende noch ein internes Foul gegen Hamilton und fuhr die schnellste Rennrunde. Doch in der letzten Runde holte sich der Brite noch einmal frische Reifen und sich den Extrapunkt.

Hamilton gratuliert fair

„Die letzte Runde war quasi der beste Teil des Rennens für mich“, sagte Hamilton mit süßsaurem Lächeln. Aber er gratulierte Verstappen fair: „Max hat einen tollen Job gemacht und den Sieg verdient. Ich habe alles gegeben, aber sie waren einfach zu schnell für uns.“

Sebastian Vettel (34) litt im Rennen unter der Behinderung durch Mick Schumacher (22) und Haas-Kollege Nikita Mazepin (22) im Qualifying (nur 17.). Der Aston-Martin-Star wurde bereits in der 26. Runde von Verstappen überrundet und nach einem Dreher beim Angriff auf Nicholas Latifi (26) nur 13.

„Wieder so ein Dreher, der arme Kerl. Das war wieder ein Wochenende zum Vergessen für Sebastian“, analysierte Sky-Experte Ralf Schumacher (46).

Bei Mick wird der Zoff mit Mazepin immer gefährlicher. Der Russe rächte sich für Micks nicht abgesprochenes Überholen im Qualifying („Das toleriere ich nicht!“) und drängte ihn am Ende der ersten Runde Richtung Boxenmauer. Dabei rasierte er ihm noch den Frontflügel, Mick musste zur Nasen-OP an die Box und verlor viel Zeit.

„Wenn man bei Tempo 280 einen Teamkollegen schneidet und über den Frontflügel fährt, ist das sehr gefährlich für beide“, kritisierte Onkel Ralf und forderte von Teamchef Günther Steiner (56): „Sowas muss der Günther verhindern, der kennt sich ja mit solchen Fahrern aus.“ Doch bei Mazepin schlug schon vorher das Karma zu, dessen Haas fiel in der 44. Runde aus.