Mick Schumacher vor der Tribüne des Nürburgrings. Seine erste Fahrt in der Formel 1 fiel wegen Regen aus. Foto: AFP

Regen-Chaos in der Eifel. Was für eine bittere Ironie: Schumi-Wetter verhindert das Formel-1-Debüt von Mick Schumacher (21). Seine erste Ausfahrt im Alfa-Romeo-Ferrari beim Training zum Großen Preis der Eifel (Sonntag, 15.10 Uhr, RTL & Sky) fiel buchstäblich ins Wasser. Wegen Dauerregens am Nürburgring konnten die Rettungshubschrauber nicht starten und Rennleiter Michael Masi (40) sagte das Training aus Sicherheitsgründen ganz ab.

Riesen-Pech für Mick, der seinem Debüt in der Alfa-Garage neben Teamchef Frederic Vasseur (52) entgegenfieberte – vergeblich. Seine Mutter Corinna Schumacher (51) verfolgte das Geschehen mit Managerin Sabine Kehm (55) im Alfa-Motorhome und musste Mick später trösten. Und auch Tausende Fans warteten im Corona-Sicherheitsabstand auf den Tribünen vergeblich.

Mick nahm es sportlich: „Natürlich wäre ich gerne gefahren und hätte gerne meine ersten Runden gedreht im Regen, was ich sehr gerne tue. Gerade hier auf dem Nürburgring. Aber der Hubschrauber durfte nicht fliegen, da geht die Sicherheit natürlich vor. Hoffentlich kriege ich die Chance noch einmal.“

Das prüft Vasseur nun für die nächsten Rennen in Portimao (25. Oktober) und Imola (1. November). RTL will erfahren haben, dass es am 11. Dezember in Abu Dhabi soweit sein wird.

Aber auch hier am Ring schnuppert Mick noch reichlich Formel-1-Luft: „Ich bin natürlich happy, dass ich die Chance bekommen habe und noch im Team bleiben darf. Ich kann an Meetings teilnehmen, das Innenleben von Alfa kennenlernen. Ich will so viel Input bekommen wie möglich.“

Und was sagt er zu der Aussicht, bald einen Stammfahrer-Vertrag bei Alfa für 2021 zu erhalten? Mick weicht aus: „Dafür ist es noch zu früh, und das habe ich nicht zu entscheiden.“ Aber er bekräftigt: „Natürlich ist mein Hauptziel, den Formel-2-Titel zu holen und es dann in die Formel 1 zu schaffen.“ Und auch bei den Experten gibt es kaum noch Zweifel daran, dass Mick der Lehrling von Altmeister Kimi Räikkönen (40) wird.

Vasseur macht ihm Hoffnung: „Wir werden ihn ganz sicher bald in der Formel 1 sehen. Ich denke, wir stehen kurz vor einer Entscheidung, was unsere Fahrer für nächstes Jahr betrifft. Mick ist natürlich eine Option, es liegt aber auch an Ferrari, da eine Entscheidung zu treffen.“

„Iceman“ Kimi, der sich früher im McLaren-Mercedes hart mit Papa Schumi duelliert hatte und erster Ferrari-Weltmeister nach ihm wurde (2007), schwärmt schon von seinem künftigen Lehrling: „Mick ist ein wirklich netter Kerl und in vielerlei Hinsicht eine Kopie. Es ist großartig, ihn hier zu sehen.“

Aber es gibt auch Experten, die Micks plötzliche Formel-2-Erfolgsserie und Beförderung in die Formel 1 skeptisch sehen. So sagt Ex-Pilot Marc Surer (69): „Mick ist vom Talent her nicht der Überflieger wie ein Max Verstappen oder Lando Norris, aber er ist sehr steigerungsfähig. Er lernt unglaublich schnell dazu.“

Diesen Vergleich findet Micks Onkel Ralf Schumacher (45) unfair: „Diese Ausnahmen wird es so nicht mehr geben. Der Max Verstappen hatte etwas Glück. Aber das war auch kein Zufallsprodukt. Der ist Tag und Nacht Kart gefahren, der war mehr auf der Kartbahn als in der Schule. Bevor der seine erste Formel-3-Saison gefahren ist, hat der schon mehr als eine Saison getestet. Er hat natürlich super Talent, aber das wurde auch gefördert.“ Und Mick sei eben jetzt erst reif für die Formel 1.