Lewis Hamilton bewies im Regen in Spielberg seine ganze Klasse. Foto: Darko Bandic / POOL / AFP

Meisterhaft hat sich Lewis Hamilton im Regen von Spielberg die Pole Position für das zweite Formel-1-Rennen des Jahres gesichert. Der englische Weltmeister ließ der Konkurrenz in der Qualifikation auf dem Red-Bull-Ring keine Chance. Hamilton distanzierte Max Verstappen im Red Bull auf den zweiten Platz, Dritter wurde McLaren-Mann Carlos Sainz. 

Sebastian Vettel kam im Ferrari erneut nicht hinterher. Nach Platz elf vor einer Woche reichte es für den Deutschen auch nur zu Rang zehn. Sein Rückstand auf Hamilton betrug fast 2,4 Sekunden (2,378). Vettels Stallrivale Charles Leclerc startet in das Rennen am Sonntag (15.10 Uhr/RTL) von direkt dahinter."Ich habe natürlich mit mehr gerechnet. Wir haben uns in allen drei Sessions ungeheuer schwer getan", resümierte Vettel, der in der letzten K.o.-Runde sogar einen Dreher hinlegte. "Unter dem Strich waren wir nicht schnell genug."

Hamilton war dagegen überglücklich. "Ich hatte einen großen Moment in der vorletzten Runde, da ist mir das Herz fast in die Hose gesackt", berichtete er. "Ich liebe diese Tage."

Auf ein letztes Warmup hatten Vettel & Co. verzichten müssen. Aus Sicherheitsgründen wurde das Abschlusstraining abgesagt. Das war letztmals im Oktober vergangenen Jahres der Fall gewesen, als Taifun Hagibis die Königsklasse des Motorsports in Japan sogar für einen kompletten Tag zum Stillstand gebracht hatte.

Rettungshubschrauber konnten nicht starten

Das Wetter wirbelte den Ablaufplan in der Steiermark aber auch so gehörig durcheinander. Erst mit 46 Minuten Verspätung wurde die Qualifikation freigegeben. Zuvor hatten die starken Regenfälle dafür gesorgt, dass das Formel-3-Rennen im Rahmenprogramm der Motorsport-Königsklasse nach nur zwölf Runden abgebrochen worden war. Die Bedingungen waren für die Fahrer zu gefährlich geworden.

Ein entscheidender Faktor für die Sicherheit ist stets, ob der am Kurs positionierte Rettungshubschrauber abheben kann. Dunkle Wolken hingen über der Strecke. "Österreich ist, was das Wetter betrifft, immer ein herausfordernder Kurs", sagte Formel-1-Sportchef Ross Brawn. "Wir hatten aber schon zuvor mit solchen Bedingungen zu tun."

Die Rennleitung war längst die Modelle durchgegangen, was passieren würde, wenn im äußersten Fall gar keine Startplatzjagd möglich gewesen wäre. Dann wären die Zeiten aus dem letzten Training herangezogen worden.Das wäre für Vettel fatal gewesen, der im zweiten Freien Training nur 16. geworden war.