Schampus gibt es für Lewis Hamilton nur bei der Siegehrung. Foto: Imago Images

Die Welt verneigt sich vor Lewis Hamilton (35). Der zweite Siebenfach-Weltmeister nach Michael Schumacher (51) wird nach seiner Rekordfahrt von Istanbul mit Lobeshymnen überschüttet. Aber eine wilde Weltmeister-Feier vermiesten ihm das Coronavirus und Türkei-Präsident Recep Erdogan (66). Denn wegen dessen restriktiver Alkohol-Politik gab es auf dem Podium nur Sprite. Und auch danach ließ es Hamilton nicht so krachen wie Party-König Schumi.

Sprite und Minestrone statt Bacardi-Cola und Bier! „Ich werde nach Hause fliegen und mir das Rennen ansehen. Normalerweise esse ich eine Minestrone-Suppe und trinke eine Flasche Wein“, verriet Hamilton vor dem Abflug nach Monaco.

Wie langweilig im Vergleich zu Schumis legendären WM-Partys. Seine sieben Titel feierte er immer feucht-fröhlich: Dem ersten in Adelaide (1994) folgte eine Fosters-Sause, dem ersten Ferrari-Titel in Suzuka (2000) eine wilde Party in den Karaoke-Hütten des Fahrerhotels. 2003 verwüstete Schumi den Container von Promi-Koch Karl-Heinz Zimmermann mit Bier und Senf – und düste im durchnässten Toyota-Shirt mit Freund Peter Kaiser auf einem Gabelstapler durchs Fahrerlager. Und seinen siebten Titel feierte er 2004 im Dorint-Hotel in Spa mit Frau Corinna, 150 Gästen und viel belgischem Bier und Schampus.

Michael Schumacher (2. v. l.) feierte stehs rauschende WM-Parties. Foto: Imago Images

Hamilton ist dagegen der einsamste Superstar. Seit der Trennung von On-off-Freundin Nicole Scherzinger (42) vor fünf Jahren ist er Single, Affären mit Sängerin Rita Ora (29) oder Model Winnie Harlow (26) waren wohl eher Wunschdenken der englischen Klatschpresse.

Hamilton gesteht: „Mein Sexleben ist inexistent. Ich lebe dieses Jahr wie ein Eremit, bin wegen Corona nicht ausgegangen. Ich war jeden Tag mit Zimmerservice in meiner Blase. Das lag daran, dass ich um eine Meisterschaft kämpfen musste und kein Risiko eingehen wollte.“

Jetzt geht es für Hamilton um den neuen Vertrag

Und der Nimmersatt hat noch nicht genug. Bei Titeln hat er Schumi eingeholt, bei Siegen (94:91), Pole-Positions (97:68) und Podestplätzen (163:155) schon überholt. Vier Rekorde hält der Kerpener noch, doch zwei davon kann Hamilton noch in dieser Saison brechen.

Dank seines zehnten Saisonsiegs in Istanbul kann er bei noch drei ausstehenden Rennen in Bahrain (29. November, 6. Dezember) und Abu Dhabi (13. Dezember) auch Schumis 13 Saisonsiege aus der Rekordsaison 2004 egalisieren. Und auch bei den Führungsrunden (5038) kann er Schumi (5111) noch einholen. Bei den WM-Punkten (3738:3890) muss er bis nächstes Jahr warten. Ob er Schumi bei den schnellsten Rennrunden (53:77) überhaupt einholen kann, steht in den Sternen.

Dafür muss er ja auch erstmal seinen Vertrag verlängern. Laut Mercedes-Teamchef Toto Wolff (48) wird das erst nach dem WM-Finale in Abu Dhabi passieren. Für den Millionen-Poker riet ihm Hamilton, „Tequila und Pizza“ dabei zu haben – besser als Sprite und Minestrone.