Nach der Niederlage gegen Liverpool am Boden: Leipzigs Peter Gulacsi  Foto: AFP

Das ist es für RB in Europas Königsklasse. Eigentlich. Zumindest brauchen die Leipziger am 10. März ein mittelgroßes Wunder, um das Achtelfinale in der Champions League zu überstehen. Denn im „Heim“-Hinspiel in der Puskas-Arena rennen sich die Bullen die Hörner stumpf. Es ist total bekloppt: Beim 0:2 (0:0) gegen den FC Liverpool hauen sich die Leipziger selbst weg.

Der Königsklassen-Primus von 2019 schwächelt? Kein Stück! Selbst nach drei Niederlagen am Stück in der Premier League, dem Sturz auf Rang 6 und dem Abschied vom Titel sind die Stars von Jürgen Klopp eine ganz große Nummer. Viel zu groß für den Bundesliga-Zweiten. Dazu tut sich RB-Coach Julian Nagelsmann schwer mit seiner Startelf. Yussuf Poulsen und Alexander Sörloth, am ehesten reif für Tore, sitzen erst einmal draußen. Trotzdem hat Dani Olmo mit einem Kopfball die erste dicke Chance – Pfosten (5.)!

Kaum zu glauben, das ist bis zur Chance für Joker Hee-Chan Hwang (90.+2) schon alles, was die Nagelsmänner offensiv auf die Reihe kriegen. Was aber viel mehr auf den Magen schlägt, sind die himmelschreienden Patzer in der Defensive. Immer stärker werden dadurch die Klopp-Jungs, zumal die Sachsen hinten alles andere als ein Bollwerk bilden und sie komplett ins Schwimmen kommen. Es ist alles andere als ihr Abend.

Alsbald haben die Reds leichtes Spiel. Noch lassen sie ihre Chancen liegen, weil Mohamed Salah an Peter Gulacsi scheitert (15.), Andrew Robertson fast aus dem Mittelkreis heraus (Gulacsi hatte weit vor seinem Kasten einen Konter geklärt) die Kugel aufs Tornetz hebt (32.). Als der Ball durch Roberto Firmino doch im Gulacsi-Kasten liegt, hat RB Glück, dass die Kugel zuvor um Millimeter im Aus war (36.).

Zu Wiederbeginn aber ist endgültig Schluss mit lustig. Erst spielt Marcel Sabitzer schludrig zu Lucas Klostermann, Salah spritzt dazwischen – 0:1 (53.). Weil Nordi Mukiele noch keinen Bock geschossen hat, ist nun auch der Franzose dran, Sadio Mané bleibt mutterseelenallein vor Gulacsi eiskalt – 0:2 (58.). Diese Fehler einem Rivalen auf dem Niveau des FC Liverpool zu schenken, das grenzt an sportlichen Selbstmord. Zumindest tut es richtig weh.

Das einzig Gute an dieser Pleite aus Hertha-Sicht: Vielleicht sind die Bullen angeknackt und spielen am Sonntag bei den Blau-Weißen ähnlichen Schrott…