Theo Reinhardt genießt den Sieg beim Berliner Sechstagerennen 2019. Foto: City-Press

Unbekannte Nummern auf dem Handy haben etwas Geheimnisvolles. Bei Theo Reinhardt löste sich die Neugier in unglaublichem Staunen auf. Stefan Meiners war am anderen Ende der Leitung und stellte sich als neuer Präsident des Berliner Radsportverbandes vor. Mit einem Angebot: Herr Reinhardt, ich hätte Sie gerne als Athletensprecher des Berliner Verbandes.


Ein Volltreffer bei KURIER-Theo. Der 30-Jährige ist das letzte Berliner Talent, das es auf die Siegerpodien der Welt geschafft hatte. Was als KURIER-Theo im Velodrom begann – Theo fuhr im KURIER-Dress seine ersten Sechstagerennen – führte zu deutschen Meisterschaften, vier Silber bei Europameisterschaften, zwei Weltmeister-Titeln und soll in Tokio die Olympische Krönung erhalten.

Eine Karriere, die für Berlin nach den Doppel-Olympiasiegern Guido Fulst oder Robert Bartko völlig normal scheint. Doch Berlin ist vom Weg abgekommen. Tiefpunkt des Falls: Im Frühjahr wurde der Stützpunkt Radsport geschlossen.

Theo kennt diese Entwicklung. Er hat sie in seiner Karriere ganz genau miterlebt. Aber er weiß eines: „Berlin hat die besten Rahmenbedingungen, die es gibt. Einen riesigen Olympiastützpunkt. Wettkampf und Trainingsstätten. Das alles wird viel zu wenig genutzt. Wir müssen wieder einen Stützpunkt aufbauen, der jedes Talent magisch anzieht“, sprudelt es aus Theo raus.

Theo will anpacken. Da kommt ihm der Athletensprecher gerade recht. Er will dem Amt die Stimme geben, die sie braucht. „Was ich mir wünsche ist, dass zu den verschiedensten Punkten jeweils eine Meinung aus dem inside kommt, die den Einblick in die Sicht der Sportler zu diesem Thema beleuchtet.“ Er will den Machern helfen, Antworten zu geben auf so einfache Fragen: Wir trainiere ist den Athleten am besten? Wie verpflege ich ihn am besten? Wie unterstütze ich ihn am besten? Das alles verbindet Theo mit einem Ziel: Die Offiziellen so gut wie möglich zu unterstützen, damit Sie die Athleten so gut wie möglich unterstützen können.

Darüber hinaus liegt Theo der Nachwuchs besonders am Herzen. „Es besteht ein großes Problem. Wir müssen überhaupt erst wieder eine Basis herstellen, um in der Masse an jungen motivierten Sportlern die künftigen Top-Asse zu finden. Wir müssen uns über das Leistungssystem Gedanken machen. Sonst kommen wir nie an das Ziel, erfolgreich zu sein.“ 

Theo Reinhardt startete in der KURIER-Hose bei den Berliner Sixdays seine große Karriere.