Faust im Ziel: Der Brite Anthony Joshua (r.) trifft Kubrat Pulew, der sich mit Trainer Ulli Wegner vorbereitet hat.  Foto: AFP/Andrew Couldridge

Der K.o. für Kubrat „Kobra“ Pulew kam in Runde neun: eine Serie von Aufwärtshaken, er ging zu Boden. Der bulgarische Schwergewichtsboxer wurde angezählt, stand auf, fing aber sofort eine Rechte, als er wieder vor dem Briten Anthony Joshua stand. Das wars am Sonnabend in der Londoner Wembley Arena. Joshua (31) kann die WM-Gürtel der Verbände WBO, IBF, WBA und IBO behalten.

Nach dem verlorenen WM-Duell gegen Wladimir Klitschko 2014 verpasste Pulew seine zweite Titelchance. Sein Trainer Ulli Wegner, der nicht in der Ecke stand, sondern in Berlin vor dem Fernseher saß, sah einen spannenden Kampf. „Er hat taktisch hervorragend angefangen, auf die Aufwärtshaken hatten wir uns vorbereitet. Ich war erstaunt, dass er die nicht abdecken konnte. Aber er hat seine Persönlichkeit herausgestellt und sich in einer schwierigen Situation gut verkauft“, sagte Wegner.

„Ich liebe Herausforderungen, egal wie schwierig sie sind. So bin ich. Vielen Dank für die Unterstützung aller, die den Sieg wollten und daran geglaubt haben“, schrieb Pulew auf Facebook. Schon in Runde drei wurde er von Joshuas Aufwärtshaken hart getroffen, zweimal angezählt. Doch wo andere im Krankenhaus gelandet wären, stand der Bulgar wieder auf, grinste herausfordernd.

Für Joshua soll 2021 nun der Kampf gegen Tyson Fury steigen, den WBC-Titelträger. Dieses Duell elektrisiert die Briten. „Ich will den Kampf, ich will ihn als Nächstes. Ich werde ihn in den ersten drei Runden ausknocken“, sandte Fury eine Videobotschaft im Weihnachtspulli.

Wie es mit Pulew weitergeht? „Ich lasse ihn jetzt erst mal in Ruhe. Dann setzten wir uns zusammen und überlegen“, meint Wegner.