Jack Culcay darf nach der Corona-Pause wieder richtig zulangen. imago-images/Eibner

Erst durften die Profi-Fußballer und Basketball-Riesen. Jetzt durften auch die Boxer ran: Re-Start nach der Corona-Zwangspause. Null Fans, viel Hygiene drumrum, aber jede Menge Bums und Vollkontakt im Ring.

Es sah in den Berliner Havelstudios beim Event des Berliner Agon-Stalls nicht aus wie Boxen unter Corona-Vorschriften, hörte sich aber so an. Die europaweit erste Profi-Veranstaltung hatte den Charme   einer ernsten Trainingseinheit mit Ringsprecher. Doch das Engagement der Boxer war top.

Allen voran Jack Culcay (34). Der Ex-Weltmeister verteidigte als Hauptkämpfer seinen internationalen WBO-Titel im Halbmittelgewicht, hatte beim einstimmigen Punktsieg gegen den Franzosen Howard Cospolite (37) aber mehr Arbeit als gedacht. Egal, damit wahrte der Wahl-Berliner seine Chance auf einen neuen WM-Kampf.

Aber erst mal hat Culcay andere Ziele: „Wir brauchen kein Fallobst. Ich möchte gegen Abass Baraou kämpfen. Es geht darum, wer die Nummer eins im Land ist.“ Baraou (25/Berlin) steht beim Sauerland-Stall unter Vertrag und gilt als eines der größten Talente in Deutschland.

Für die Überraschung sorgte Marten Arsumanjan (26), der Berlins Mittelgewichts-Europameister Björn Schicke (32) entthronte, der nach vielen Treffern zur siebten Runde nicht mehr antrat. Marten, der angekündigt wurde mit „aus Stein in Bayern“, ist der Cousin von Berlins Ex-Weltmeister-Hallodri Arthur Abraham (40).   Hammer! Agon-Manager Horst-Peter Strickrodt nahm Schicke in Schutz: „Die Ursache war mental. Björn hat sich zu viele Gedanken gemacht.“

Thomas Pütz hatte für Einzelschicksale kein Auge, der Boss des Bundes Deutscher Berufsboxer hatte das Ganze im Blick: „Das war eine Initialzündung für Europa. Boxen hat wieder eine Duftmarke gesetzt. Darauf haben viele Promoter gewartet. Jetzt müssen andere nachziehen.“