Die WM-Führenden Lewis Hamilton (l.) und Max Verstappen kamen sich beim Russland-GP in Sotschi ausnahmsweise nur in der Box ganz nah.  Imago

Russisch Roulette in Sotschi. In einem irren Rennen im Olympia-Park schossen sich die Favoriten zunächst selbst in Knie. Doch nach einem Schnarchstart raste Lewis Hamilton (36) noch zu seinem fünften Russland-Sieg und 100. Grand-Prix-Triumph. Damit setzte der Brite die Mercedes-Siegesserie seit der Sotschi-Premiere 2014 fort und übernahm mit zwei Punkten wieder die WM-Spitze von Max Verstappen (23). Der Red-Bull-Heißsporn preschte nach seiner Strafversetzung wegen Motorwechsels vom letzten Startplatz vor auf zwei. Glücklicher Dritter wurde Carlos Sainz (26) im Ferrari.

Doch es war ein hartes Stück Arbeit für Hamilton. Erst der Regen vier Runden vor Schluss stoppte die Siegfahrt von McLaren-Jungstar Lando Norris (21. Nach der ersten Pole-Position seiner Karriere blieb der Brite stur auf Slicks, wollte unbedingt seinen ersten Formel-1-Sieg retten – und verpokerte sich.

Dagegen holte Mercedes Hamilton rein und setzte ihn auf Intermediates, obwohl der meckerte: „Es hört auf zu regnen.“ Doch auch er lag falsch, denn der Regen wurde sogar stärker. Norris rutschte von der Strecke, wechselte erst zwei Runden später auf Regenreifen und wurde bis auf Rang acht gespült. Zumindest wurde er von den Fans zum „Fahrer des Rennens“ gewählt.

Vettel kann Ruf nicht aufpolieren

Hamilton jubelte: „Hundert Siege – unglaublich! Als ich so weit hinten lag, hätte ich damit nicht gerechnet.“ Aber auch Verstappen war happy: „Letztendlich nur einen Platz zu verlieren, ist nicht so schlecht. Als ich aufgewacht bin, hätte ich nicht mit Platz zwei gerechnet.“

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Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel (l.), hier im Duell mit Kumpel Kimi Räikkönen, kämpfte in Sotschi, landete am Ende nur auf Rang 12. 

Sebastian Vettel (34) verpasste wieder einmal eine gute Gelegenheit, seinen ramponierten Ruf aufzupolieren. Im Qualifying patzte er und wurde von George Russell (23) aus den Top Ten gekegelt („Es war doof“). Im Rennen wurde er trotz guter Verteidigungsmanöver gegen Charles Leclerc (23) und seinen Aston-Martin-Kollegen Lance Stroll (22) nur Zwölfter.

Schumacher muss nach Haas-Duell passen

Mick Schumacher (22) konnte seinen dank der vier Strafversetzungen geerbten 14. Startplatz am Start nicht halten, wurde eingeklemmt und dann auch noch von Yuki Tsunoda (21) auf den letzten Platz verwiesen. Sein Haas-Intimfeind Nikita Mazepin (22) preschte dagegen vor auf 13, wurde aber auch durchgereicht und in der 32. Runde von Mick überholt. Doch nur eine Runde später musste Mick das Auto mit einem Hydraulikleck abstellen.

„Was genau kaputt gegangen ist, weiß ich noch nicht , scheint motor-intern zu sein“, sagte Mick, der trotz seines mäßigen Starts („Ich war leider im Sandwich“) zufrieden war: „Zu dem Zeitpunkt waren wir von der Pace gut dabei. Der einzige, der schneller war, war Lewis. Damit bin ich happy, das ist ein Lichtlein am Ende des Tunnels.“

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