Fix und fertig, aber überglücklich: Mark Cavendish nach seinem Sieg auf der 13. Tour-Etappe in Carcassonne. Foto: AP/Stephane Mahe

Vor Gratulanten konnte sich Mark Cavendish (36) kaum retten, als er in Carcassonne als Erster über den Zielstrich zischte. Klar doch: Der Brite hatte gerade seine 34. Etappe bei einer Tour de France gewonnen und damit den Rekord von Rad-Ikone Eddy Merckx (76) eingestellt.

Auch das größte Lob ließ nicht lange auf sich warten. Es kam vom großen Belgier persönlich. Merckx zollte dem Sprinter-König höchsten Respekt: „Hut ab vor ihm! Ich bewundere ihn sehr und freue mich für ihn, weil er ein toller Fahrer ist.“

Eddy Merckx bleibt unerreicht

Der Triumph auf der 13. Etappe war bereits der vierte für Cavendish bei dieser 108. Tour, mit dem er den Merckx-Rekord egalisierte. Der „Kannibale“ hatte diese Bestmarke zwischen 1969 und 1975 aufgestellt. Chancen auf den alleinigen Etappenrekord hat „Cav“ noch auf der 19. Etappe sowie beim Finale in Paris am 18. Juli.

Angst davor hat Merckx nicht. „Er kann 35 oder 36 Etappen gewinnen, wenn er will, für mich ändert das nichts“, betonte er und sieht keinen Grund für Vergleiche.

Logo: Merckx gewann fünfmal die Tour (96 Tage in Gelb), fünfmal den Giro, war dreimal Weltsportler, feierte insgesamt 287 Siege als Profi und gewann bei seiner besten Tour 1969 Gesamt-, Sprint-, Berg-, Kombinations- und „Combativity“-Wertung sowie sechs Etappen.

Wunderbares Cavendish-Comeback

Trotzdem ist Cavendishs Comeback fast ein kleines Wunder: Vor vier Jahren schwächte eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus seinen Körper, Depressionen quälten seinen Geist. 2019 und 2020 bleib er komplett ohne Sieg. Eine Rückkehr zur Tour war ausgeschlossen. Dann rief ihn Quickstep-Patron Patrick Lefevere an ...

Cavendish will jetzt den Rekord allein, aber auf eine Stufe mit Merckx stellt er sich nicht: „Er wird immer der größte Radsportler aller Zeiten bleiben. Eine Referenz, eine Ikone.“