Beim Start des Formel-1-Rennens in Silverstone stockte den Zuschauern bei diesem Horror-Crash der Atem.
Beim Start des Formel-1-Rennens in Silverstone stockte den Zuschauern bei diesem Horror-Crash der Atem. AP/Frank Augstein

Horror-Crash in der Formel 1!

Das Rennen in Silverstone wurde nach einem schweren Unfall und nur wenige Sekunden nach dem Start unterbrochen. Mit über 200 km/h kollidierten gleich fünf Autos am Sonntag.

Bilder zeigen, wie Guanyu Zhou sich in seinem Alfa-Romeo überschlug und mit hoher Geschwindigkeit kopfüber in den Kies und in die Streckenbegrenzung raste. Fahrer und Fans hielten den Atem an. Doch ersten Angaben zufolge soll der 23-jährige Chinese wohlauf sein.

Alfa-Romeo gibt nach Horror-Crash Entwarnung

Alfa-Romeo-Pilot Guanyu Zhou überschlug sich bei mehr als 200 km/h und rutschte kopfüber durch das Kiesbett.
AP/Frank Augstein
Alfa-Romeo-Pilot Guanyu Zhou überschlug sich bei mehr als 200 km/h und rutschte kopfüber durch das Kiesbett.

Betroffen von dem Unfall waren auch George Russell im Mercedes, der mit Zhou zusammenkrachte, wodurch der Chinese sich überschlug. Auch Williams-Pilot Alexander Albon erlebte bange Sekunden, nachdem er mit gleich mehreren Fahrern in der ersten Kurve kollidierte.

Beide mussten ihre beschädigten Autos am Streckenrand abstellen. Alpine-Fahrer Esteban Ocon und Yuki Tsunoda im Alpha Tauri konnten ihre Rennwagen noch an die Box zurückfahren. Wegen der Aufräumarbeiten blieb der zehnte Saisonlauf länger unterbrochen.

Die Regie zeigte zunächst keine Wiederholung der Szene. Zhou wurde auf einer Trage ins Strecken-Krankenhaus gebracht. Ein Alfa-Romeo-Sprecher gab laut Sky erste Entwarnung.

Unfall in Silverstone: Guanyu Zhou krachte in den Fangzaun

Alfa-Romeo-Pilot Guanyu Zhou krachte in den Fangzaun.
AP/Frank Augstein
Alfa-Romeo-Pilot Guanyu Zhou krachte in den Fangzaun.

Durch die erst nach einigen Minuten zur Verfügung gestellten Zeitlupen ist zu erahnen, wie viel Glück Zhou gehabt haben muss. Der Chinese überschlug sich nach seinem Ritt durch das Kiesbett unmittelbar vor dem Reifenstapel und krachte mit voller Wucht und nahezu ungebremst in den Fangzaun.

Halo-System rettet gleich zwei Piloten womöglich das Leben

Neben Zhou wurde auch Williams-Pilot Albon im Medical Center an der britischen Kultstrecke untersucht. „Beide Fahrer waren bei Bewusstsein“, hieß es von der Fia vor weiteren Untersuchungen. Später bestätigte Alfa-Romeo-Teammanager Beat Zehnder bei Sky, dass Zhou Riesenglück hatte: „Er spricht und scheint keine äußerlichen Verletzungen zu haben.“

Der Horror-Crash und der glimpfliche Ausgang zeigen also nicht nur wie gefährlich die Formel 1 ist, sondern auch, wie sicher die Königsklasse mittlerweile geworden ist. Besonders das 2018 eingeführte Halo-System, ein Bügel über dem Kopf des Fahrers, erhöht die Sicherheit der Formel-1-Fahrer im Rennauto deutlich. Sowohl Zhou als auch dem norwegischen Formel-2-Pilot Dennis Hauger rettete Halo an diesem Wochenende wohl das Leben, wie das folgende Video zeigt.

Für einen weiteren Formel-1-Aufreger sorgten Klimaaktivisten, die nach FIA-Angaben in der ersten Runde auf die Strecke gelangt waren. „Diese Personen wurden sofort entfernt, die Angelegenheit wird nun von den örtlichen Behörden bearbeitet“, teilte der Weltverband mit.

Sainz-Sieg, Verstappen-Debakel, Schumacher-Premiere

Mehr als eine halbe Stunde nach dem Horror-Crash wurde das Rennen erneut gestartet. Ganz vorne landete nach einer packenden Schlussphase Polesetter Carlos Sainz, für den Spanier war es der erste Sieg der Karriere. Dahinter fuhr Sergio Perez (Red Bull) auf Platz zwei, Fanliebling Lewis Hamilton (Mercedes) landete als Dritter bei seinem Heimspiel noch auf dem Podium.

Erster Formel-1-Sieg im 150. Rennen: Ferrari-Pilot Carlos Sainz feiert in Silverstone.
AFP
Erster Formel-1-Sieg im 150. Rennen: Ferrari-Pilot Carlos Sainz feiert in Silverstone.

Ein Debakel erlebte Weltmeister Max Verstappen, der mit einem beschädigten Red Bull nur Siebter wurde und in der Gesamtwertung Punkte auf die Verfolger einbüßte.

Ex-Weltmeister Sebastian Vettel, der am Sonntag 35 Jahre alt wurde, zeigte wie Mick Schumacher nach einem ebenfalls verkorksten Qualifying eine starke Vorstellung. Vettel fuhr in seinem Aston Martin auf Rang neun, Haas-Pilot Schumacher landete - obwohl nur als Vorletzter gestartet - sogar einen Platz vor seinem Kumpel.

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