Siegerschampus für Max Verstappen. Der Holländer gewann den Großen Preis der Steiermark. Foto: AFP

Doch noch ein Sieg für die aus der Fußball-EM geflogenen Österreicher. Max Verstappen (23) raste im ersten der zwei Red-Bull-Rennen in Spielberg zum Heimsieg. Der „fliegende Holländer“ gewann den Großen Preis der Steiermark souverän vor dem Mercedes-Duo Lewis Hamilton (36) und Valtteri Bottas (31). Verstappen baute seinen WM-Vorsprung auf den Weltmeister auf 18 Punkte aus, Hamilton holte sich immerhin noch den Extrapunkt für die schnellste Runde.

„Wir versuchen das zu wiederholen“

Was für ein Jubel bei den Bullen-Fans unter den zugelassenen 15.000 Zuschauern. „Wieder ein Sieg zuhause – fantastisch. Das Auto war großartig zu fahren“, jubelte Verstappen. Und was wird das erst für eine Mega-Party in Orange kommendes Wochenende, wenn pünktlich zum Österreich-GP die Corona-Beschränkungen wegfallen und 200.000 Fans erwartet werden. Verstappen freute sich auf seine „Orange-Army“: „Das wird natürlich sehr positiv. Wir versuchen den Sieg zu wiederholen.“

Die Voraussetzungen für das zweite Verstappen-Festival sind gut. Während er auf der kurzen Berg- und Talbahn die Stärken seines Abtriebsmonsters RB16B ausspielen konnte, hatte Hamilton mit seiner „Schwarzen Bestie“ zu kämpfen. Der Brite klagte früh über die Reifen und verhinderte vorm ersten Wechsel nur mit Mühe einen Dreher.

Hamilton mit Reifenproblemen

„Ich habe mich ein wenig alleine auf der Strecke gefühlt. Max war einfach schneller“, haderte Hamilton – und forderte von Mercedes: „Wir haben auf den Geraden am meisten Zeit verloren. Ich kann schneller fahren, wir müssen Verbesserungen am Auto finden.“

Doch Mercedes-Teamchef Toto Wolff (49) machte wenig Hoffnung: „Diese Saison ist entwicklungstechnisch gelaufen. Die Aerodynamik-Änderungen haben Red Bull in die Karten gespielt, so dass sie einen flacheren Heckflügel fahren können. Deren Paket ist einfach das bessere, das müssen wir neidlos anerkennen. Wir können daran nicht mehr viel ändern, weil wir uns schon voll auf das neue Auto für 2022 konzentrieren.“

Glück hatte dagegen ausnahmsweise mal Pechvogel Bottas, der im Qualifying zwar schneller als Hamilton war, aber wegen eines Drehers in der Boxengasse im Training um drei Plätze strafversetzt wurde. Der Finne staubte Platz drei ab, als Red Bull den Boxenstopp von Sergio Perez (31) verpatzte.

Vettel nur Zwölfter

Einen Nuller fuhr dagegen nach drei Punkteplatzierungen Sebastian Vettel (33) als Zwölfter ein – noch hinter Yuki Tsunoda (21, Alpha Tauri) und Alfa-Kumpel Kimi Räikkönen (41). Erstmals seit Barcelona war Vettel wieder langsamer als Aston-Martin-Kollege Lance Stroll (22), der im Quali-Duell zum 4:4 ausglich und Achter wurde. Vettel haderte mit der Teamstrategie: „Ich war das ganze Rennen im Verkehr, auch nach dem Boxenstopp – da hätten wir etwas besser machen können.“

Mick Schumacher (22) hielt sich im von Pierre Gasly (25) ausgelösten Startgetümmel von Haas-Intimfeind Nikita Mazepin (22) fern und verlor einen Platz. „Da habe ich in Kurve drei die falsche Seite innen ausgesucht und den Platz verloren“, erklärte Mick. Doch nach einem missglückten Manöver in der 22. Runde schnappte er sich den Russen dann in der 43. Runde und fuhr am Ende Rang 16 ein. Schumi junior: „Ich bin recht zufrieden. Wir hatten eine gute Pace. Das lässt uns vielversprechend in die Zukunft schauen.“

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