Jens Weißflog ist noch immer der erfolgreichste Tourneespringer. Foto: Imago/Star-Media

Es ist angerichtet für die 70. Vierschanzentournee. Karl Geiger (Oberstdorf) ist als Weltcup-Primus Mit-Favorit auf den Gesamtsieg, Markus Eisenbichler (Siegsdorf) immer für einen Coup gut. Aber als unangefochtener deutscher Schanzenheld gilt trotz eines Sven Hannawald immer noch Jens Weißflog (56).

Der „Floh vom Fichtelberg“ holte dreimal Olympiagold, gewann viermal die Tournee. Obwohl er die Bretter vor 25 Jahren in die Ecke stellte, ist er in Sachen beste Einzelergebnisse weiter unerreicht: zehn Tagessiege, dazu zwölf zweite und sechs dritte Plätze, das schaffte kein anderer.

Weißflog in den Einzelergebnissen weiter unerreicht

Natürlich verfolgt der Hotelier und Restaurant-Betreiber das Skispringen weiter mit größter Aufmerksamkeit. Doch bei aller momentanen Euphorie: Was den Gesamtsieg betrifft, verbreitet Weißflog nicht ganz so viel Optimismus. „Den ersten Triumph seit Sven Hannawald vor 20 Jahren traue ich von unseren Springer höchsten Karl Geiger zu.“ Hannawald gewann 2001/02 alle vier Springen und die Tournee. „Den anderen Deutschen kann durchaus ein Tagessieg glücken.“

Weißflog weiß, wovon er spricht. Er gehört zu der Handvoll Adlern, die sich Olympiasiege, WM-Titel, Gesamtweltcup-Erfolge und Vierschanzentournee-Siege angelten. „Für mich sind die heißesten Sieganwärter neben Geiger, Ryoyu Kobayashi, Marius Lindvik und Stefan Kraft.“

Ein Quartett der Favoriten

So leidenschaftlich Weißflog immer noch Skispringen verfolgt, abseits der Schanzen hat er andere Sorgen. „Im Moment muss ich mich mit meiner Frau um unser Hotel und das Restaurant kümmern. Wir haben schon seit November wegen der Pandemie geschlossen. Zu Glück dürfen wir unser Restaurante nach den Hygieneregeln bis 20 Uhr offen halten.“

Hoffnung, dass es für sein Geschäft schnell besser wird, hat er kaum. Weißflog: „Mir graust es vor dem 2. Januar. Die Lifts sind geschlossen, die Hotels zu. Dann kann ich zwar den ganzen Tag Skispringen am Fernsehen verfolgen. In unserem tollen Oberwiesenthal aber herrscht dann Totentanz. Das macht schon Angst.“