Ab Dienstag soll wieder trainiert werden. Bis dahin bekamen die Spieler vom Trainerteam ein individuelles Trainingsprogramm – und ein Reiseverbot. Foto: Imago Images/Metodi Popow

Berlin - Wie die Gesellschaft, kämpft auch Hertha BSC gegen das Corona-Virus. Die Profis erhielten von Trainer Alexander Nouri (40) nach der kurzfristigen Absage des Spiels bei der TSG Hoffenheim ein Reiseverbot und individuelle Trainingspläne. Trotz der zweiwöchigen Liga-Zwangspause soll ab Dienstag wieder der Ball auf dem Schenckendorffplatz rollen.

Um die Pandemie einzudämmen, wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. Dazu stellen die Blau-Weißen alle Medien- und Marketingaktivitäten vorerst ein. Auch den Nachwuchs hat es erwischt: Von der U23 bis zur U16 ruht der gesamte Spielbetrieb.  

Weitere Planungen sind derzeit unmöglich. Vieles hängt von der Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Montag ab. „Vorausgesetzt, die Liga folgt der Empfehlung des DFL-Präsidiums, haben wir nun einige Wochen Zeit, die Entwicklungen bezüglich des Virus zu beobachten und die Situation neu zu bewerten“, erklärte Manager Michael Preetz.

So machen die anderen weiter 

Nach der beschlossenen Zwangspause und der anstehenden Krisensitzung in Frankfurt schalten die Klubs im deutschen Profifußball auf Stand-by-Modus. Die nächsten Tage sind für die meisten Profis erst einmal frei, einige genießen Kurzurlaub, soziale Kontakte sollen eingeschränkt, Reisen vermieden werden. Viele Geschäftsstellen-Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice.Die ersten festgestellten Coronafälle bei den Sportlern ziehen hingegen drastischere Maßnahmen nach sich. Paderborn sowie die Zweitligisten Nürnberg und Hannover haben Teile der Mannschaft oder das ganze Team für 14 Tage in häusliche Quarantäne geschickt. Schalke setzt wie  Frankfurt auf „Home Office“. Dortmund trainiert trotz der Corona-Krise vorerst ganz normal weiter. Auch Mönchengladbach wird den Trainingsbetrieb aufrechterhalten. Hannovers Boss Martin Kind hat sich für eine über den 2. April hinausgehende Zwangspause ausgesprochen. „Unser Team trainiert jetzt 14 Tage nicht und hätte dann nur eine Woche, um das nachzuholen. Da wären wir nicht wettbewerbsfähig“, sagte Kind

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

Bereits vor der Spieltags-Absage hatte Hertha eine Corona-Sonderarbeitsgruppe eingerichtet, um Spieler wie Mitarbeiter über notwendige Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln informieren.

Während wegen der massiven finanziellen Einbußen der Pleitegeier über vielen Klubs kreist, dürfte Hertha dank der Finanzspritze von Investor Lars Windhorst zunächst nicht in Bredouille kommen.

Falls tatsächlich wieder in zwei Wochen gespielt wird, wartet auf Hertha bei RB Leipzig (4. April) eine schwere Aufgabe. Die Sachsen gaben ihren Spielern sogar bis Freitag individuelle Trainingspläne an die Hand. „Danach bereiten wir uns auf das Spiel gegen Hertha vor“, kündigt RB- Sportdirektor Markus Krösche an.

Ob es wirklich dazu kommt, weiß derzeit keiner.