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Hertha-Kolumne: Offensiv-Power wie einst mit Pante und Woronin

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20-Millionen-Euro-Einkauf Dodi Lukebakio ist der große Trumpf im Hertha-Angriff.

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City-Press GmbH

Was haben meine Nachbarn (Hertha-Sympathisanten), der Hausmeister unserer Wohnanlage (Dortmund-Fan) und der Kellner in meinem Biergarten (Anhänger des BFC Dynamo) gemeinsam? Sie alle sind stets auch am Wohl und Wehe von Hertha BSC interessiert.

Sie löchern mich in diesen Tagen mit den gleichen Fragen: „Wie geht es deiner Hertha? Wie wird sie dieses Mal abschneiden?“

Die oben Genannten machen mich immer gern dafür verantwortlich, ob Hertha gewinnt oder verliert. Da ich mich lange mit diesem Verein beschäftige, halten sie mich sogar für eine Art Über-Trainer. Ganz ehrlich: Eine Saison würde ich den Cheftrainer-Job bei Hertha schon gerne übernehmen.

Besser als Platz 11

Anschließend, nachdem mich Manager Michael Preetz nach einigen Niederlagen entlassen hätte, könnte ich mit der satten Abfindung locker ein Jahr Urlaub in meiner Lieblings-Villa auf Mallorca verbringen.
Aber im Ernst: Bislang war meine Antwort auf die Frage nach dem Abschneiden der Mannschaft von Neu-Chefcoach Ante Covic immer recht vage. „Besser als zuletzt Platz 11!“ Angebotene Wetten („Kommt Hertha ins internationale Geschäft?“ oder „Wird der 20-Millionen-Euro-Mann Dodi Lukebakio Torschützenkönig der Liga?“) habe ich konsequent abgelehnt. Vor Jahren bin ich reingefallen. Als der ehemalige Manager Dieter Hoeneß im Sommer 2001 ankündigte, bis zur WM 2006 mit der Meisterschale durchs Brandenburger Tor fahren zu wollen, ließ ich mich vom Optimismus des einstigen Kopfball-Wunders anstecken und wettete in meiner Eckkneipe, das Hertha bis 2006 Deutscher Meister wird. Der Einsatz: ein großes Fass Bier! Ich habe es schließlich zähneknirschend bezahlt und mit einigen Freunden ausgetrunken.
Aber in dieser Kolumne muss ich natürlich Farbe bekennen. Ehe ich das tue, habe ich bei einigen Kollegen recherchiert. Horst Bläsig, Chefredakteur der Fußball-Woche, setzt Hertha auf Platz 7. Okay so! Aber der geschätzte Fußball-Journalist und Buchautor Christoph Biermann (11 Freunde) lässt Hertha auf Platz 17 direkt absteigen! Nee, nicht schon wieder! Ob er das ernst meint, ist mir bislang nicht bekannt.

Offensiv ist richtig Potenzial da

Ich glaube, die Mannschaft besitzt eine Offensivpower wie lange nicht mehr – vielleicht wie zu den goldenen Zeiten des langmähnigen Marko Pantelic und des Zopfträgers Andrej Woronin. Ein Angriff etwa mit Dodi Lukebakio, Vedad Ibisevic und Javairo Dilrosun kann gegnerische Abwehrreihen schwindlig spielen. Mit Davie Selke, Salomon Kalou – dahinter mit Vladimir Darida oder Arne Maier lauern weitere kreative Kräfte, die Defensivreihen knacken können. Zudem sind viele Positionen in guter Qualität doppelt besetzt und auch die Mischung zwischen erfahrenen Oldies und jungen Wilden scheint zu stimmen. Auch die neue Konkurrenz zum 1. FC Union wird Kräfte freisetzen.
Mein optimistischer Tipp: Bleibt das Team von vielen Verletzungen verschont, landet Hertha auf Rang 6!