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1000. Heimtor: Davie Selke schießt Hertha glücklich

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Davie Selke (M.) hält den Fuß ran und drin ist der Ball – das 1000 Heimtor in Herthas Bundesliga-Geschichte. Die Kugel rauscht zum 2:1 in den Kölner Kasten. 

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Winter

Berlin -

Na also! Hertha bricht den Tor-Fluch, feiert mit dem 2:1 (0:1)-Sieg gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln den ersten Heimdreier 2018. Stürmer Davie Selke schnürt einen Doppelpack und erzielt das 1000. Bundesliga-Heim-Tor der Klubgeschichte. Bis die neuen Einträge in Herthas Geschichtsbuch stehen, ist es aber ein verdammt hartes Stück Arbeit.

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Hertha bejubelt den ersten Heimsieg des Jahres.

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Bongarts/Getty Images

Aus Selke bricht alles heraus. Emotionsgeladen springt er in die Luft, ballt beide Fäuste und lässt einen Urschrei los. Der Treffer als Druck-Löser nach exakt 351 Minuten ohne Torerfolg im Oly. So sehr, dass Herthas Mittelstürmer sein Markenzeichen, den 3-Finger-Torjubel, vergisst. „Ganz ehrlich: Ich hatte andere Dinge im Kopf. Das Tor war eine Befreiung“, sagt Selke über seinen ersten Streich in der 49. Minute. Nach einer Flanke von Nationalspieler Marvin Plattenhardt nimmt der 23-Jährige den Ball mit der Brust an – und wuchtet ihn aus sechs Metern ins Kölner Tor. Selke: „Wir wollten den Fans unbedingt den ersten Sieg schenken. Das ist uns gelungen, auch wenn es spät im Jahr war.“

Abstiegsfavorit aus Köln macht zuerst das Spiel

Dabei sieht es im Olympiastadion lange wieder nicht danach aus, dass überhaupt irgendein Fluch besiegt wird. Zwar beginnt Hertha – auch dank der Doppelspitze mit Selke und Kapitän Vedad Ibisevic – mit mächtig Dampf, kommt bereits in der ersten Minute zu zwei guten Chancen durch Salomon Kalou und Selke. Danach macht aber der Abstiegsfavorit aus Köln das Spiel. Nach einem Abschlag und einem verlorenen Kopfball-Duell von Niklas Stark gegen Jhon Cordoba lässt Mitchell Weiser Leonardo Bittencourt laufen. Der Kölner murmelt den Ball durch die Beine von Torwart Rune Jarstein – 0:1 (29.) Die Fans quittieren zur Halbzeitpause den Rückstand mit Pfiffen.

Was Trainer Pal Dardai seinen Jungs in der Kabine genau sagte, will kein Herthaner verraten. Dardai wendete wie beim 2:1-Sieg in Hamburg einen Psycho-Kniff an. „Ich habe den Jungs gesagt: ,Jetzt hat Köln etwas zu verlieren’ und dass wir weitermachen müssen“, erklärt Dardai seine Pausenansprache.

Partie bis zum Ende auf der Kippe

Diese hat gewirkt. Nach dem 1:1 braucht Selke nur drei Minuten, um Hertha in Führung zu ballern. Und wieder ist es Plattenhardt, der den U21-Europameister bedient, wenn auch nicht ganz freiwillig. Platte verschmitzt: „Ich wollte schießen. Aber Davie ist super aufgerückt und war zum Glück da.“ 

Trotzdem steht das Spiel bis zum Ende auf der Kippe. Geburtstagskind Stark bekommt es zu spüren. Mehrfach klärt er an seinem 23. Geburtstag gegen den bulligen Cordoba in höchster Not. Und bekommt in der Schlussphase den Ellbogen des Kolumbianers heftig auf die Nase, die nach Schlusspfiff mächtig krumm aussieht. „So fühlt sie sich auch an. Wahrscheinlich ist sie gebrochen.“ Ein schmerzhaftes Geschenk. Stark ist es trotzdem egal, denn nur eines zählt: „Endlich haben wir zu Hause die drei Punkte geholt.“