Philipp Weber (l.) kämpfte und mühte sich. Doch er konnte die Niederlage gegen Spanien nicht verhindern. Foto: AFP

Großer Kampf, knappe Niederlage und jede Menge Wut im Bauch! Deutschlands Handballer starten mit einem herben Dämpfer in ihre Mission Gold und haben nach dem 27:28 (13:12) gegen Europameister Spanien schon mächtig Druck. Weiter geht es Montag gegen Argentinien (4 Uhr, ZDF), dann warten in der Gruppe noch Frankreich, Norwegen und Brasilien. Puh!

Der Knaller zum Olympia-Start ist bis zum Ende eine ganz enge Kiste und erst verloren, als die schwedischen Schiris in der Schlussminute zweimal bei deutschen Angriffen Stürmerfoul geben. Keine krassen Fehlentscheidungen, aber auch keine unbedingten Muss-Pfiffe. Bundestrainer Alfred Gislason: „Ich muss mir das noch mal in Ruhe angucken, aber ich glaube, dass keines von beiden ein Stürmerfoul war.“

Weber: „Ich bin echt sauer!“

Spielmacher Philipp Weber wird deutlicher: „Ich bemühe mich gerade, Worte zu finden, weil ich echt sauer bin. Aber natürlich hätten wir vorher den Sack zumachen müssen. Das war Spitz auf Knopf und am Ende sehr ärgerlich für uns.“

Torwart Jogi Bitter, mit 38 Jahren und 325 Tagen nun Deutschland ältester Olympia-Handballer aller Zeiten (Debütant Juri Knorr nun mit 21 Jahren und 76 Tagender jüngste), teilt auch gegen Spanien aus: „Das sind Sachen, die man im Handball nicht sehen möchte. Der Gegner macht den Ball absichtlich nass, damit wir einen Nachteil haben und einen technischen Fehler machen. So spielt man wohl auf diesem Niveau manchmal. Vielleicht bin ich noch nicht auf dem Niveau, dass ich das machen muss.“

DHB-Vize und Füchse-Macher Bob Hanning guckt lieber gleich wieder nach vorn: „Eigentlich ist ein gutes Zeichen, dass wir gegen Spanien so gut mithalten konnten. Es ist immer noch alles offen.“

Gislason („Es ist extrem wichtig, wie man in so ein Turnier reinkommt“) setzt im Tor zunächst nicht auf   Stammkeeper Andi Wolff, sondern auf Bitter. Auch dank seiner Paraden dreht die DHB-Auswahl ein frühes 1:3 und übernimmt das Kommando. Ein paar Fehlwürfe, drei davon von Kapitän Uwe Gensheimer, verhindern allerdings, dass der Vorsprung nach dem 9:8 (18.) wächst. In Hälfte zwei erwischen wieder die Spanier den besseren Start, liegen in Minute 40 sogar 19:16 vorne. Deutschland kämpft sich zurück, schnuppert am Sieg und hat dann nicht die Gunst der Pfeifenmänner.

Bester deutscher Werfer ist diesmal Steffen Weinhold mit fünf Toren.

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