Nico Hülkenberg fährt am Limit - und wird dafür belohnt. Foto: AFP

Nico Hülkenberg konnte sich vor Gratulanten kaum retten. Red-Bull-Star Max Verstappen und sein früherer Renault-Teamkollege Daniel Riccardo stürmten regelrecht zum Racing Point mit der Startnummer 27, Weltmeister Lewis Hamilton gratulierte dem Ersatzmann der Pink Panther frech: "Nicht schlecht für einen Rentner."

Die Corona-Vertretung des Mexikaners Sergio Perez sicherte sich mit einem Husarenritt Startplatz drei beim Jubiläums-Grand-Prix der Formel 1 in Silverstone (Sonntag, 15.10 Uhr/RTL und Sky). Damit könnte sich der 32-Jährige im 178. Anlauf endlich den Traum vom ersten Podium erfüllen. Ein zunehmend resignierender Sebastian Vettel startet dagegen im Ferrari als Elfter erneut aus dem Niemandsland.

„Ich bin etwas überrascht, hier zu stehen. Ich habe ein gewaltiges Lächeln im Gesicht“, sagte Hülkenberg, der vor Wochenfrist wegen eines Schadens am Getriebe um sein Comeback-Rennen gebracht wurde: „Es wird ein bisschen schmerzen, dass ich keine Rennerfahrungen mit dem Auto habe.“

Vor Hülkenberg, der beste Werbung für ein Stammcockpit betrieb, stehen erwartungsgemäß die beiden Mercedes - überraschend allerdings ist die Reihenfolge: Weltmeister, WM-Spitzenreiter und Silverstone-Spezialist Hamilton musste die Pole um 63 Tausendstelsekunden seinem finnischen Teamkollegen Valtteri Bottas überlassen.

Der viermalige Weltmeister Vettel hingegen wirkt zunehmend antriebslos und versinkt im Mittelfeld. Zum zweiten Mal in dieser Saison verpasste der Heppenheimer das Q3, sein Teamkollege Charles Leclerc holte Rang acht. Schlechter war Ferrari zuletzt 2014.

„Das war alles, was ich hatte. Das war alles, was drin war im Auto“, funkte Vettel recht emotionslos an seine Box. Am Sky-Mikrofon fügte er hinzu: „Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit meinen Runden. Mehr war heute nicht drin mit dem Auto. Ich versuche jedes Mal, den Reset-Knopf zu drücken und mein Bestes zu geben.“