Könnten die Formel 1 über Jahre prägen: Ferrari-Pilot Charles Leclerc und Red-Bull-Fahrer und Weltmeister Max Verstappen. Foto: dpa

Die Formel 1 erlebt eine Zeitenwende und bietet ihren Fans den besten Rennsport seit Jahren. Die Ära von Rekordweltmeister Lewis Hamilton (37) geht zu Ende. Der Sir war nach Platz zehn in Saudi-Arabien nur noch der Ritter von der traurigen Gestalt. An seine Stelle als WM-Rivale von Max Verstappen (24) tritt Ferrari-Speerspitze Charles Leclerc (24). Prinz Charles fordert Mad Max – aber auf Augenhöhe, mit gegenseitigem Respekt und Spaß am Racing.

Vorbei die Zeit der Fouls und Crashs zwischen Hamilton und Verstappen. Trotz ihres rundenlangen Duells auf dem schnellsten Stadtkurs der Formel 1 mit Überholmanöver, Konter, taktischem Bremsen vor der DRS-Zone und finalem Siegmove des Weltmeisters gratulierte Leclerc noch aus dem Auto. Im Parc Fermé gab’s den Handshake und fröhliches Lachen über ihr zweites Super-Duell im zweiten WM-Lauf.

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Charles Leclerc im Ferrari und Max Verstappen im Red Bull lieferten sich in Saudi-Arabien einen harten, aber fairen Kampf.

Nach Leclercs Auftaktsieg in Bahrain dank Verstappens Motordefekt kurz vor Schluss verkürzte der „fliegende Holländer“ den Rückstand auf 20 Punkte. Zwischen ihnen liegt mit 33 Punkten noch Leclercs Ferrari-Kollege Carlos Sainz (27), doch der Spanier dürfte spätestens ab dem Heimrennen in Monza (11. September) zum Edelhelfer degradiert werden.

Leclerc und Verstappen duellierten sich bereits im Kart

Prinz Charles vs. Mad Max – das Duell zweier Hochbegabter, die sich schon als Kinder auf Europas Kartbahnen duellierten. Schon damals hart und ehrgeizig, wie Videos von Papa Jos Verstappen (50) belegen. 2013 gewann Verstappen in Frankreich als 15-Jähriger die KZ-Kart-Weltmeisterschaft direkt vor Leclerc. „Da hatten wir auch schon tolle Duelle. Wir sind zusammen aufgewachsen, das hat uns geholfen, uns auf unsere Weise zu entwickeln“, berichtete Leclerc.

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Der siebenfache Weltmeister Lewis Hamilton fährt im Mercedes in dieser Formel-1-Saison derzeit der Musik hinterher.

Über die Jahre in den unteren Formel-Klassen wuchs der Respekt, aber auch das Gefühl dafür, wie viel Platz man dem Rivalen im Rad-an-Rad-Duell geben muss, damit es nicht kracht. „Wir waren beide am Limit, wir sind beide viele Risiken eingegangen – da musst du schon viel Vertrauen haben in deinen Gegner, damit auf so einer gefährlichen Strecke nichts passiert“, sagte Leclerc.

Ähnlich äußerte sich Verstappen: „Das war ein beinhartes Duell mit Charles, aber immer voller Respekt. Das ist smartes Racing, es hat großen Spaß gemacht.“

Leclerc schob Vettel aufs Abstellgleis

Doch je heißer ihr WM-Fight wird, desto härter werden natürlich auch ihre Bandagen. Und wie Mad Max hat auch Prinz Charles schon bewiesen, dass er auf der Strecke und im Psychokrieg austeilen kann. Bei Ferrari wurde er so zum Königsmörder von Sebastian Vettel (34), den er in ihren zwei Jahren als Auslaufmodell aufs Abstellgleis schob.

Ihr härtestes Duell hatten Verstappen und Leclerc 2019 in Spielberg, wo sie rundenlang um den Sieg kämpften, den schließlich Verstappen nach einem umstrittenen Manöver bekam. Während Charles schäumte, konterte Mad Max grinsend: „Wenn so ein Zweikampf nicht mehr möglich ist, können wir gleich zu Hause bleiben.“

Man darf gespannt sein, wer nach ihrem nächsten Duell in Melbourne (10. April) zuletzt lacht.

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