Neuer Weltrekord: Lewis Hamilton gewann in Portugal seinen 92. Grand Prix in der Formel 1.  Foto: dpa

Das Ende einer Ära. Michael Schumachers (51) Alleinherrschaft über die Formel 1 ist nun beendet. Mit seinem 92. Grand-Prix-Sieg in Portimão überholte Lewis Hamilton (35) den Kerpener (91) und ist mit 77 Punkten Vorsprung auf seinen Edelhelfer Valtteri Bottas (31) auf dem Weg zum siebten Weltmeister-Titel wohl nicht mehr aufzuhalten.

Hamilton war im Ziel sichtlich gerührt. „92 Siege – puh, das muss ich erstmal sacken lassen. Ich bin sehr dankbar. Es ist ein Traum, der wahr wird“, sagte der Mercedes-Superstar. Und er gab zu: „Ich hätte niemals davon geträumt, als ich mich diesem Team angeschlossen habe. Mein Vater ist hier, meine Stiefmutter ist da, ich bin unheimlich stolz.“

Der Brite feierte seinen neuen Rekord ausgelassen mit seinem Mercedes-Team.
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Der Brite schrieb nach seinem 91. Sieg beim Nürburgring-Comeback auch bei der Rückkehr nach Portugal Geschichte. 24 Jahre nach dem letztem Rennen in Estoril (Sieger Jacques Villeneuve) musste er sich den Sieg aber viel härter erkämpfen als die meisten vorher.

Zwar startete der Brite von seiner 97. Pole Position gut ins Rennen, doch leichter Regen ließ die auf Medium-Reifen gestarteten Favoriten wie auf Seife herumrutschen. Erst musste sich Bottas mit Max Verstappen (23) herumschlagen, doch der „fliegende Holländer“ rutschte selbst ins Aus. Dann übernahm plötzlich Carlos Sainz jr. (26) die Führung, Hamilton fiel sogar hinter Bottas zurück, doch mit abtrocknender Strecke stellten die Silberpfeil die gewohnte Hackordnung wieder her.

Bottas durfte aber nur bis zur 20. Runde vom dritten Saisonsieg träumen, dann musste er Hamilton passieren lassen. Und auch seine letzte Chance, beim Boxenstopp in der 41. Runde auf weiche Reifen Hamilton noch einmal anzugreifen, wurde ihm von Mercedes verwehrt. Der kanadische Twitter-Guru Mark McArdle (@SpareSteward) kommentierte treffend: „Valtteri, du kannst jede Mischung haben, solange es die harte ist.“

Hamilton musste nur in den ersten Runden in die Rückspiegel blicken. 
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Der Finne haderte später: „Ich habe versucht mich gegen Lewis zu verteidigen, aber ich hatte nicht die Pace. Ich hatte zunächst gedacht, ich könnte auf die Soft-Reifen wechseln, aber das hätte wohl keinen Unterschied gemacht.“

Und was machte Sebastian Vettel (33) auf seiner Ferrari-Abschiedstournee? Der aussortierte Altmeister rumpelte vom blamablen 15. Startplatz durchs hintere Feld und verbremste sich sogar im Zweikampf mit seinem alten Kumpel Kimi Räikkönen (41) im Kundenauto Alfa Romeo. Erst beim zweiten Versuch verdrängte er den Finnen vom zehnten Platz.

Ein noch schlechteres Rennen fuhr nur Vettels künftiger Aston-Martin-Kollege Lance Stroll (21). Der kanadische Milliardärssohn rauschte nach seinem Trainingscrash mit Verstappen, der ihn als „Mongo“ beschimpfte, Lando Norris (20) ins Auto, ramponierte sich den Frontflügel und wurde nach einer Zeitstrafe in der 53. Runde aus dem Rennen genommen.