Rums! Wieder schlägt eine Linke beim Italiener Damiano Falcinelli ein.
Rums! Wieder schlägt eine Linke beim Italiener Damiano Falcinelli ein. Foto: Imago/Torsten Helmke

Dufter Kampfabend des Berliner Profi-Boxstalls AGON im Sportpark in Charlottenburg. Vor allem ein Verdienst von Jack Culcay (37). Berlins Ex-WBA-Weltmeister im Halbmittelgewicht ließ die Herzen der Box-Fans vor Freude hüpfen.

„Golden Jack“ trat im Superweltergewicht gegen den acht Jahre jüngeren Italiener Damiano Falcinelli an, allein dieser Kampf hat den Besuch gelohnt. Die Fans sahen acht Runden Boxen vom Feinsten. Ein so hochklassiges Faustduell gab es schon länger nicht mehr in deutschen Ringen zu bestaunen.

Am Ende setzte sich Culcay einstimmig nach Punkten (79:76, 77:75, 74:70) durch und war durchaus beeindruckt: „Falcinelli hat ohne Ende abgefeuert. Die weit hergeholten Schwinger waren gefährlich. Er hat mich gefordert und war zu jeder Zeit ein ernstzunehmender Gegner.“

Mieses Spiel von Vierfach-Champ Jermell Charlo

Der AGON-Boxer fuhr damit bereits den dritten Sieg nach seinem denkwürdigen Erfolg im „Havelstudio“ 2020 gegen Abass Baraou (28, Münster) ein. Mit dem Sieg über Baraou hatte sich Culcay bei der IBF das Eliminator-Recht für einen WM-Kampf gegen den in den USA lebenden Russen Bakhram Murtazaliev (29) erkämpft.

Darauf wartet Jack nun schon bereits zwei Jahren. Der amtierenden Champion Jermell Charlo (32, USA) ist in Besitz der WM-Gürtel aller vier bedeutenden Verbänden WBC, WBA, IBF und WBO und blockiert so Jacks Ziele.

Angeblich will Charlo in eine höhere Gewichtsklasse wechseln. In diesem Fall könnten Culcay und Murtazaliev sofort um den IBF-WM-Titel kämpfen. Bei AGON hofft man nun, dass die IBF endlich ein Machtwort bezüglich der Verzögerungstaktik des Amis spricht.

Meistermacher Dirk Dzemski ist auch da

Zum allgemeinen Erstaunen tauchte in Charlottenburg Meistermacher Dirk Dzemski (50) vom Magdeburger SES-Boxstall in der Ringecke von Tahir Karovic (26, Kassel), Kampfname Tommy Punch, gegen den Ungarn Attila Koros (28) auf.

„Karovic bringt alle Voraussetzungen für einen WM-Kampf mit“, heißt es bei SES, deshalb trainiert er seit acht Wochen bei den Trainern Dzemski und Robert Stieglitz (41). Allerdings konnte Karovic seine Faustkunst im Cruisergewicht nicht so richtig vorführen, denn nach wenigen Sekunden der zweiten Runde küsste der Ungar den Ringstaub und gab auf.

Die groß angekündigten Kämpfe zwischen Supermittelgewichts-WM-Herausforderer William Scull (30, Kuba) und Abel Adriel (33, Argentinien – dreimal 80:72) sowie im Schwergewicht zwischen Granit Shala (26, Landshut) und Luis Garcia (31, Venezuela – 100:90, 98:92, 99:91) verbreiteten eher Langeweile als Spannung.

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