Novak Djokovic startet auch bei den Olympischen Spielen. AP/Alberto Pezzali

Vor einer Woche nach dem sechsten Triumph in Wimbledon (dem 20. Grand-Slam-Titel seiner Karriere) sah er die Chance „im Moment noch 50:50“. Jetzt ist die Gier nach Erfolg und Ruhm doch stärker als die Vernunft. Novak Djokovic (34) bestätigte seinen Olympia-Start: „Ich habe meinen Flug nach Tokio gebucht und werde ein stolzer Teil der serbischen Olympia-Mannschaft sein.“ Ein historischer Coup reicht ihm nicht, der Djoker („Ich halte mich für den Besten und träume immer davon, das Größte zu erreichen“) will das Maximum.

Boris Becker mahnt

Melbourne, Paris und Wimbledon hat der Serbe mit Wohnsitz in Marbella 2021 schon gewonnen, fehlt im Herbst noch New York zum sogenannten Grand Slam (alle vier großen Turniere in einem Kalenderjahr, schaffte zuletzt der Australier Rod Laver 1969). Altmeister Boris Becker (53) mahnte: „Alles andere kann und darf ihn auch nicht interessieren, das ist eine einmalige Möglichkeit. Olympia im Sommer passt eigentlich so gar nicht rein.“

Das sieht Djokovic anders als sein Ex-Trainer (2014 und 2016) und will Gold in Tokio, bevor es zu den US Open geht. Holt er sich alle fünf Titel, wäre das der „Golden Slam“. Den schaffte bisher nur Steffi Graf (52). Aber die Tennis-Gräfin hatte 1988 vor Olympia schon die vier Grand-Slam-Titel errungen und setzte im Oktober in Seoul „nur noch“ den goldenen Schlusspunkt.