Wurde wegen Dopings gesperrt: Nijel Amos aus Botswana darf bei der Leichtathletik-WM nicht an den Start.
Wurde wegen Dopings gesperrt: Nijel Amos aus Botswana darf bei der Leichtathletik-WM nicht an den Start. dpa/Hirschberger

Was tun sich Menschen nur an, um zu gewinnen? Der 800-Meter-Läufer Nijel Amos aus Botswana wurde für die Leichtathletik-WM in den USA (von Freitag bis 24. Juli) gesperrt, weil er gedopt hat. Das Unfassbare: Es war nicht irgendein Dopingmittel, sondern der verbotene Stoff GW1516. Was wie ein Motoröl klingt, ist ein hochgefährliches, genmanipuliertes Mittel, welches Krebs erzeugt.

Genau das wurde eindeutig in Amos‘ Körper nachgewiesen. Der Internationale Leichtathletikverband sagte kurz und Bündig: „Der Athlet wurde über den analytischen Befund und seine obligatorische vorläufige Suspendierung informiert.“

Amos ist eine Legende in Botswana

Warum nur? Amos gewann vor zehn Jahren in London Olympia-Silber über 800 Meter und machte sein Land so stolz. Er war der erste Medaillengewinner von Botswana. Mit 1:41,73 Minuten ist er noch immer der drittbeste 800-Meter-Läufer aller Zeiten. Hatte er Angst bei der WM nicht mehr mitzuhalten zu können und griff deswegen zu diesem Teufelszeug?

GW1516: Mäuse bekamen im Labor Krebs

Symbolfoto: Ein weiße Maus bei einem Laborversuch.
Symbolfoto: Ein weiße Maus bei einem Laborversuch. Imago Images

GW1516 wurde in den 90er Jahren in Genlaboren entwickelt. Ursprünglich als Medizin gegen Fettleibigkeit. Der Stoffwechsel wird durch die Substanz beeinflusst und führt zum künstlichen Muskelaufbau. 2007 wurden die Forschungen eingestellt. Bei Tierversuchen mit Mäusen und Ratten wurde festgestellt, dass der Gen-Mix Krebs verursacht.

Professor Wilhelm Schänzer, der Leiter des Kölner Doping-Kontroll-Labors warnte schon sehr früh: „Es gibt einen Hinweis in einer Zeitschrift, die heißt ‚New Scientist‘, da redet man davon, dass bereits schon 2006 bei Versuchen der Firma mit Tieren, die mit GW1516 behandelt worden sind, insbesondere Mäusen, in allen Organen auch Krebsentstehungen dokumentiert werden konnten und dass man aus diesem Grund an dieser Substanz nicht mehr weiterarbeitet.“

Ungeachtet der enormen Gesundheitsgefahr ist GW1516 noch immer in der Bodybuilder- und Leichtathletikszene beliebt. Die Weltdopingagentur stufte die Substanz schon 2009 als unerlaubtes Dopingmittel ein. Daraufhin wurde auch ein testverfahren für die Substanz entwickelt. Trotzdem lass einige Sportler von dem lebensgefährlich Zeug nicht die Finger. Jetzt hat es Amos erwischt.

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