Fans von Atalanta Bergamo spenden ihre rückerstatteten Eintrittsgelder für Krankenhäuser. imago-images

So sieht Zusammenhalt und Hilfe aus. Italiens Fans machen es vor. Genauer die Tifosi von Atalanta Bergamo und AS Rom. Sie konnten die Spiele ihrer Teams nicht sehen.

Das zurückerstattete Geld für Reisen und Tickets spendeten sie an Krankenhäuser, die Corona-Patienten behandeln. Das ist eine starke Geste der Humanität. In der Krise spontan ein großes Herz zeigen, obwohl vielleicht die eigene Kasse selbst nicht so voll ist.   Diesen Moraltest haben die Stars, die Millionen verdienen, höchstwahrscheinlich noch vor sich, wenn es tatsächlich zum Super-GAU, dem abrupten Saisonende, kommt.

Bestehen sie auf ihre hohen Gehälter oder werden sie Abstriche machen? Eigentlich ist die Rechnung ganz einfach: 34 Liga-Spiele müssen sie absolvieren, es wären – Stand jetzt – nur 25 Partien. Das sind ungefähr dreiviertel. 25 Prozent Gehaltseinbußen? Das wäre die einfachste Lösung. Dadurch würden ihre Arbeitgeber, die Vereine, nicht so schnell in einen finanziellen Schlingerkurs geraten.

Wie weit geht die Verantwortung der Spieler? Jeder normale Arbeitnehmer muss in der jetzigen Krisenzeit mit Kurzarbeiter-Geld rechnen, weil seine Firma keine Aufträge mehr hat. 

Das müssen die Spieler jetzt auch lernen – Verzicht. Es wird wirklich nicht reichen, mal 10 000 Euro für eine Hilfsorganisation zu spenden. Es geht um viel mehr. Corona ist schlimm, wird aber eine heilsame Begleiterscheinung haben. Die Nimmersatt-Zeiten sind vorbei. Bei den Gehältern und auch demnächst bei den obszönen Ablösesummen für Superstars.