Franz Wagner lässt vor dem Finalturnier um die Collegemeisterschaft der Basketballer in den USA schon mal die Muskeln spielen. Foto: AFP

March Madness, der verrückte März, das Finalturnier um die Collegemeisterschaft der Basketballer rückt in den Fokus der sportbegeisterten Amerikaner. Mittendrin: Ex-Alba-Talent Franz Wagner (19), in Berlin geboren, 2,05 m groß  und in Michigan auf demselben College wie einst Bruder Moritz (23, 2,11 m), der mittlerweile für die Washington Wizards in der NBA spielt. Der KURIER sprach mit Franz Wagner über ...

... sein Leben auf dem College-Campus in Pandemie-Zeiten: „Es ist natürlich nicht das normale College-Leben, was schon mau ist. Seit Corona haben wir den Unterricht morgens online. Danach bin ich eigentlich jeden Tag nur von meinem Haus fürs Training zur Halle und wieder zurück gelaufen. Man trifft außer seinen Mitspielern kaum andere Menschen. Das ist schade, weil wir diese Saison sehr gut spielen und es auf dem Campus normalerweise richtig abgegangen wäre.“

... seine persönliche Entwicklung in den USA: „Am College ist man weit weg von zu Hause und wird trotzdem anders herausgefordert als ein Profi. Man erfährt hier, was es heißt, sich eigenständig zu organisieren und für sich selbst verantwortlich zu sein. Es liegt zum Beispiel nur an mir, wie viel und wie hart ich trainiere und wie gut ich hier werde. Ich bin hier als Basketballer und als Mensch gewachsen und darüber bin ich sehr glücklich. Und ich war im Sommer viel im Kraftraum, bin schneller und stärker geworden. Meine Gegner können mich nicht mehr so einfach rumschubsen.“

... die bislang gute Saison mit Michigan: „Es macht richtig Bock. Was uns so gut macht ist, dass wir als Mannschaft perfekt zusammenpassen. Unser Coach Juwan Howard ist fast schon auf einem Team-Trip. Ein richtiger Ehrenmann, dem komplett egal ist, wer wie viele Punkte macht. Michigan wird vor jeder Saison unterschätzt, aber irgendwann haben die Leute gemerkt, dass wir wirklich spielen können.“

... über seine Aussichten vielleicht schon in diesem Sommer in der NBA zu landen: „Ich glaube, dass ich sehr gut spielen kann – auch in der NBA. Ich glaube aber auch, dass ich noch viele Schwächen habe. Irgendwann werde ich auf jeden Fall bereit sein, vielleicht in ein paar Monaten oder vielleicht in einem Jahr. Das Wichtigste ist, die Zeit bis dahin zu genießen. Ich will erst mal gucken, wie wir als Team und ich selbst das Turnier spielen.“